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Warten auf Greenspan

Ob US-Notenbankchef Alan Greenspan im Hochsommer den Weihnachtmann für die Wall Street spielt, wird sich morgen um 20:15 Uhr MEZ herausstellen. Sechs mal ist Greenspan in diesem Jahr bereits tätig geworden. Dabei sind die Leitzinsen auf 3,75 Prozent gefallen.

Analysten rechnen mit einer weiteren Senkung auf mindestens 3,50 Prozent. Eine Garantie für freundliche Märkte ist dieses Szenario allerdings nicht. Sollte der Notenbankchef ein schwarzes Bild über die Lage und vor allem den Ausblick der US-Konjunktur malen, könnte die Börse enttäuscht reagieren.

Für den Handel am Montag gilt: Vorsicht ist Trumpf. Mit großen Umsätzen ist kurz vor der Notenbanksitzung nicht zu rechnen. Die Futures tendieren um die Schlusskurse vom Freitag. Wesentliche Konjunkturdaten stehen nicht auf der Tagesordnung. Dafür melden noch einige Unternehmen Quartalzahlen. Bereits Geschäftszahlen vorgelegt hat die Baumarktkette Lowe´s. Im zweiten Quartal konnten die durchschnittlichen Analystenschätzungen um einen Penny übertroffen werden. Der Gewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent. Im Tagesverlauf werden noch die Einzelhandelsketten Staples, Saks und Target ihre Ergebnisse veröffentlichen.

Dem Chipsektor könnte zum Wochenauftakt ein rauher Wind aus Japan entgegenblasen. Fujitsu, der größte japanische Hersteller von Firmencomputern, hat angekündigt, 16.400 Angestellte zu entlassen. Die Nachricht könnte als weiteres Indiz dafür gewertet werden, dass das Geschäftsumfeld weiterhin schwierig bleibt. Das wiederum könnte am Montag die Aktien von Intel, Texas Instruments und Co belasten.

Angespannt ist die Situation in der Flugzeugbranche

Die Schlechtwetterfront für die amerikanischen Fluggesellschaften scheint zwar abzuziehen, glaubt zumindest Glenn Engel von Goldman Sachs. Doch auch wenn der Boden nun erreicht sein mag, dürfte die Erholung auf sich warten lassen. Ein Grund: die Kerosinpreise bleiben auf hohem Niveau. Das dürfte sich auf die Kurse durchschlagen.

Nicht viel besser könnte der Wochenauftakt für Ford verlaufen. Gleich reihenweise nehmen Brokerhäuser den Automobilkonzern ins Visier. Merrill Lynch stuft die Aktie von "kurzfristig akkumulieren" auf "neutral" ab. Die Deutsche Alex Brown senkt das Gewinnziel für das laufende Jahr von 1,05 Dollar pro Aktie auf 70 Cents po Aktie. Ford hatte Ende vergangener Woche die Entlassung von bis zu 5.000 Mitarbeitern angekündigt und die Gewinnaussichten für das laufende Jahr gesenkt. Laut Goldman Sachs hängt die Ertragswarnung bei Ford weniger mit den Konjunkturzyklen, sondern vor allem mit unternehmensspezifischen Problemen zusammen. Sinkende Marktanteile und niedrigere Margen im einst besonders profitablen LKW-Bereich sind größtenteils für diese Entwicklung verantwortlich. Um den Konzern wieder auf Kurs zu bringen und die Krediteinstufung nicht unnötig zu gefährden, wird eine Dividendensenkung kaum zu umgehen sein.

Auch auf der Übernahmefront gibt es am "Merger Monday" neue Nachrichten. Laut dem Wall Street Journal stellt die Fernsehsparte von General Electric, NBC, derzeit Überlegungen an, den spanischsprachigen Fernsehsender Telemundo Communications zu übernehmen. Laut dem Wall Street Journal verlangen die Besitzer von Telemundo mindestens drei Milliarden Dollar.

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