Warten auf grünes Licht aus Brüssel - Interessenten noch nicht abgesprungen
Politik will Fairchild Dornier nicht fallen lassen

Nach dem Insolvenzantrag von Fairchild Dornier zeigen der Regionalflugzeugbauer und die bayerische Staatsregierung Zuversicht. Ein Dornier-Sprecher kündigte am Mittwoch an, Gespräche mit potenziellen Partnern würden möglichst bald wieder aufgenommen.

mwb/dpa MÜNCHEN. Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) sagte, er habe eine Portion Optimismus: "Ich glaube, wir haben vom Produkt, vom Markt und von den Finanzierungskonditionen her gute Voraussetzungen."

Das Unternehmen mit Sitz in Oberpfaffenhofen hatte am Dienstag einen Insolvenzantrag gestellt. Bislang wurde über 1 Mrd. $ in die Entwicklung des Regionaljets 728 mit 70 Sitzen investiert. Fairchild Dornier zählt zu den drei größten Regionalflugzeugherstellern der Welt. Die Gläubigerbanken des Konzerns sagten bei einem Krisengipfel auf Einladung von Wiesheu und Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) - wie gestern bereits in einem Teil der Auflage berichtet - zu, die Liquidität für die nächsten Monate sicherzustellen, wenn Bund und Freistaat im Gegenzug für einen Teil des so genannten Massekredits bürgen. Die zuständigen Gremien und die EU-Kommission müssen aber noch zustimmen.

Fairchild Dornier dementierte gestern Medienberichte, nach denen es inzwischen keine ernsthaften Interessenten für das Unternehmen gebe. "Mehrere Investoren haben uns anhaltendes Interesse signalisiert", sagte ein Sprecher. Auch Bankenkreise bestätigten dies. Der US-Flugzeugriese Boeing gilt weiterhin als stark interessiert, ebenso wie der kanadische Konkurrent Bombardier. Investoren könnten möglicherweise ohne Übernahme der Schulden von Dornier einsteigen.

Allerdings muss sich zunächst der vorläufige Insolvenzverwalter Eberhard Braun einen Überblick über das Unternehmen verschaffen. Er will in den nächsten drei Monaten eine Lösung finden. In der Branche gilt der neue 728-Jet als gutes Flugzeug. Allerdings ist der Regionaljet-Markt sehr eng - und derzeit von harten Preiskämpfen und Überkapazitäten geprägt.

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