Warten auf Opec-Entscheidung
Gewinnmitnahmen drücken Ölpreis wieder unter 25 Dollar

Gewinnmitnahmen haben den Ölpreis am Montag wieder unter die Marke von 25 Dollar sinken lassen. Zuvor hatten Spekulationen, die Opec werde im Juni eine Drosselung der Ölfördermenge beschließen, den Preis auf den höchsten Stand seit etwa drei Wochen getrieben.

Reuters LONDON. Für ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Juni wurden in London zuletzt 24,90 Dollar und damit 21 US-Cent weniger als am Freitag bezahlt. Am Nachmittag war der Preis für Brent-Öl bis auf rund 25,80 Dollar geklettert. Leichtes US-Öl verbilligte sich um 37 Cent auf 27,35 Dollar.

"Der Preis hat zu stark angezogen. Wir waren nach vier Gewinn-Tagen reif für einige Gewinnmitnahmen", sagte ein Londoner Händler. Andere Marktteilnehmer verwiesen jedoch darauf, dass der Markt weiterhin sehr aufmerksam Äußerungen und Handlungen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) beobachte. "Der Markt bewegt sich in der Vorstellung, wie die Strategie der Opec sein wird, wenn sie am 11. Juni zusammenkommt", sagte der Commerzbank-Analyst Steve Tyler. "Bislang deutet alles darauf hin, dass sie (die Ölfördermenge) drosseln werden und damit den Markt zurück ins Gleichgewicht bringen." Der Ölpreis werde zudem dadurch beeinflusst, dass es den USA bislang nicht gelungen sei, ihre Vorräte zu erhöhen. Zwar hätten die USA ihre Heizölbestände wieder aufgefüllt, doch lägen die Rohöl- und Benzinvorräte weiterhin unter dem Vorjahresniveau.

Der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), Abdullah El Attijah, hatte am Freitag gesagt, das Kartell müsse durch weitere Drosselungen der Fördermenge Raum schaffen für eine eventuelle Wiederaufnahme der irakischen Ölexporte. Einige Analysten rechneten jedoch damit, dass der Ölpreis nach einer Entscheidung über eine Senkung der Förderquote weiter steigen könnte.

Zudem hatte Saudi-Arabien als weltgrößter Ölexporteur seine Kunden am Montag über umfangreiche Lieferkürzungen ab Juni informiert. Das Königreich begründete die Maßnahme mit der Vereinbarung des Kartells, die vor dem Irak-Krieg hochgefahrene Förderung zu drosseln, um überschüssige Mengen vom Markt zu nehmen.

Der Ölpreis war um rund zehn Dollar gefallen, nachdem sich ein Erfolg der US-geführten Streitkräfte im Irak-Krieg abgezeichnet hatte.

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