Warten auf Oracle
Wall Street: Wochen-Ausblick

Auch für die dritte Juni-Woche haben Anleger an den US-Börsen nicht viel Anlass zur Hoffnung. Mitten in der Warn-Saison merken Software-, Netzwerk-, Chip- und Telekomunternehmen, dass sie weder Gewinn- noch Umsatzprognosen einhalten werden, Analysten kürzen ihre Erwartungen reihenweise und fahren Kursziele zurück.

NEW YORK. Das könnte durchaus so weitergehen, wenn in der kommenden Woche einige Tech-Schwergewichte melden, allen voran Oracle. Der Software-Programmierer ist eines der Sorgenkinder der Nasdaq, allerdings hat man zuletzt Optimistisches gehört. "Wir hätten eine Warnung ausgesprochen, wenn es dazu Anlass gegeben hätte", sagte Konzernchef Larry Ellison erst vor einigen Tagen. Die Aktie legte daraufhin erst einmal zu, ob sie die Gewinne halten kann, wird sich am Dienstag zeigen, dann liegt die Bilanz schwarz auf weiß vor.

Weitere wichtige Quartalsberichte stehen vom Chipriesen Micron an, von den Elektronikhändlern Best Buy und Circuit City und von den Heimausstattern Pier One Imports und Bed Bath & Beyond. Aus dem Konsum-, Restaurant- und Freizeitsektor legen unter anderem der Wohnmobilriese Winnebago, Darden Restaurants und der Hot-Dog-Bräter Nathan?s Famous Zahlen vor.

Weitere Orientierung sollten Zahlen aus dem konjunkturellen Umfeld liefern, doch nach den Erfahrungen der letzten Wochen ist von dieser Seite wenig Auftrieb zu erwarten. Der Markt verliert langsam aber sicher auch den Verbraucher, der über lange Zeit der einzige war, der die US-Wirtschaft in einen Aufschwung zu führen schien. Schlechte Nachrichten aus dem Einzelhandel und ein unerwartet schwaches Verbrauchervertrauen haben die Wall Street Ende vergangener Woche in eine Art Schockzustand versetzt. Weitere schlechte Nachrichten könnten nun zu weiteren Kursstürzen führen, positive Nachrichten laufen Gefahr ungehört zu verhallen. Zu beachten sind im Wochenverlauf Angaben zu den Konsumentenpreisen, zur Handelsbilanz und zu den Aktivitäten im Baugewerbe. Außerdem könnte die Haltung der Philadelphia Fed manchem Anleger einen Ausblick geben.

Sicher ist zu Beginn der neuen Woche: Nachdem die großen US-Indizes ihre kritischen Unterstützungslinien von 9500 Punkten im Dow, 1500 Punkten im Nasdaq und 1000 Punkten im S&P 500 durchbrochen haben, sind weitere drastische Einbrüche nicht auszuschließen. Technischen Widerstand finden die Indizes erst wieder in der Nähe der September-Tiefstände.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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