Warten auf Powell
AIG-Rückstellung belastet US-Börsen

Die Ankündigung einer milliardenschweren Rückstellung in der Bilanz des US-Versicherungskonzerns AIG und verstärkte Kriegsängste im Vorfeld der Rede von US-Außenminister Colin Powell vor dem UNO-Sicherheitsrat haben die US-Börsen am Dienstag belastet. Händler sagten, die Anleger befürchteten, dass die Probleme von AIG auch andere US-Versicherer treffen könnten.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index fiel zum Handelsschluss um 1,19 Prozent auf rund 8013 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Index verlor 1,34 Prozent auf rund 1306 Zähler und der breiter gefasste S&P-500-Index 1,41 Prozent auf rund 848 Punkte.

Die Investoren fürchten, dass ein Irak-Krieg steigende Ölpreise nach sich zieht und die ohnehin nur zaghafte Erholung der US-Wirtschaft gefährdet. Dies würde auch die Gewinnentwicklung der Unternehmen beeinträchtigen, sagten Analysten. Powell will am Mittwoch vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) Beweise vorlegen, dass Irak die UNO-Abrüstungsvorgaben nicht erfüllt. "Die Furcht vor dem, was im Nahen Osten passieren könnte, nimmt zu", sagte A.C. Moore, Chefstratege bei Dunvegan Associates. "Diese Volatilität und Marktschwäche dürfte bis zu einer Lösung auch anhalten."

Die Unsicherheit der Anleger sei durch die Ankündigung von AIG verstärkt worden, sagten Händler. "Die Kriegsängste dominieren das Geschäft, und diese Unsicherheit belastet die Anleger. Und während sie warten, lässt AIG eine Bombe platzen", sagte Dan Goldstein, Händler bei der Investmentfirma Ehrenkrantz King Nussbaum. John Gilette von Lazard Freres fügte hinzu: "AIG ist mehr als ein richtungweisendes Unternehmen, es spiegelt den Zustand der weltweiten Konjunktur wider, und wenn es dort heißt, es gibt Probleme mit der Bilanz, stellt das die Bewertungen überall in Frage."

AIG legt eigenen Angaben zufolge 3,5 Milliarden Dollar vor Steuern und Rückversicherung auf die Seite, um damit die seit sechs Jahren explodierenden Kosten für Abfindungen für Mitarbeiter und Haftpflichtversicherungen für Manager zu decken. Dieser Deckungsanstieg werde das AIG-Ergebnis im vierten Quartal mit 1,8 Milliarden Dollar nach Steuern belasten. Der AIG-Aktienkurs brach um rund 6,6 Prozent auf 51,70 Dollar ein. Die Titel waren der umsatzstärkste Wert an der New Yorker Börse. Die Papiere des US-Versicherers Chubb Corp fielen um rund 5,4 Prozent auf 51,60 Dollar, die Titel von ACE um rund fünf Prozent auf 28,25 Dollar und die Aktien von Travelers Property Casualty um rund 3,4 Prozent auf 15,60 Dollar.

Die Titel des US-Netzwerkausrüsters Cisco Systems verloren im Vorfeld der nach US-Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen rund zwei Prozent auf 13,20 Dollar und waren der umsatzstärkste Wert an der Nasdaq. Händler sagten, die Anleger rechneten zwar damit, dass der Konzern im abgelaufenen Quartal die Prognosen erfüllt habe. Allerdings werde von dem Konzern ein verhaltener Ausblick für das im April zu Ende gehende Quartal erwartet.

Die Aktien des Dow-Wertes General Electric gaben rund 2,5 Prozent auf 23,05 Dollar nach. Der Mischkonzern hatte von der britischen Bank Abbey National einen Großteil von deren Tochterunternehmen First National für umgerechnet rund 1,39 Milliarden Dollar übernommen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,41 Milliarden Aktien den Besitzer. 1361 Werte legten zu, 1905 gaben nach und 179 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,35 Milliarden Aktien 1221 im Plus, 1972 im Minus und sechs unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 16/32 auf 100-16/32. Sie rentierten mit 3,94 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 20/32 auf 108-25/32 bei einer Rendite von 4,80 Prozent.

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