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Warten auf UMTS

Können Sie sich noch an die UMTS-Auktion im Juli erinnern? Sicher, das Thema beherrschte wochenlang die Schlagzeilen in den Medien, ein Rummel ohne gleichen. Der Einstieg ist für die sechs Gewinner der Lizenzen teuer geworden, teurer als sie es sich wohl vorgestellt haben.

Bei allem Klagen über die (letztlich doch selbst verschuldeten) hohen Preise für die UMTS-Lizenzen sollten die Telekomgesellschaften nicht vergessen, dass die Auktion auch ihre guten Seiten hatte. Der Medienrummel hat bei vielen potentiellen Kunden das Bewußtsein geweckt, dass mit dem Handy nicht nur telefoniert werden kann, sondern künftig auch Datendienste und Zugang zum Internet möglich werden. Eine bessere Werbeveranstaltung für diese Zukunftstechnologien hätte es gar nicht geben können.

Allerdings wurden damit auch Erwartungen geweckt. Denn es wird noch mindestens zwei Jahre dauern, bis die versprochene bunte Multimedia-Welt auf den Handys Einzug hält. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Datentransport über das Mobiltelefon sind für viele enttäuschend. Das heutige GSM-Netz ist dafür auch nicht geschaffen worden. Das merkt jeder, der sich an Wap-Diensten versucht. Nicht nur die schlechte Präsentation auf den kleinen Displays und die verwirrende Darstellung mancher Seiten stört, vor allem nervt der viel zu lange Aufbau der Seiten, während die 39 Pfennig pro Minute Nutzung unerbittlich fällig werden.

Doch Datendienste kommen, nicht nur für Wap. E-Plus bietet bereits seit rund einem Jahr seinen HSCSD-Dienst an, der knapp die fünffache Übertragungsgeschwindigkeit verpricht. Das Angebot gilt aber allgemein als Nischenlösung, da es als Spezialität von E-Plus und Nokia angeboten wurde. Der Erfolg blieb bisher weitgehend aus. Jetzt will allerdings auch D2-Mannesmann HSCSD anbieten.

Alle Mobilfunkbetreiber wollen dagegen bald mit GPRS-Diensten starten. Dieser paketvermittelte Dienst verspricht hohe Datenraten ähnlich wie mit ISDN über das Festnetz bei geringeren Übertragungskosten. Allerdings fehlen die Endgeräte noch.

Es wird spannend werden, welche Dienste sich durchsetzen werden. Viele Möglichkeiten, die eigentlich erst UMTS bringen soll, werden schon jetzt kommen. Dem Kunden wird es egal sein, über welche Technik sein Datendienst läuft. Er fragt nicht nach UMTS oder GPRS oder wie die Techniken alle heißen. Der Kunde möchte bestimmte Lösungen zu vertretbaren Kosten in möglichst kurzer Zeit nutzen. Da kann es durchaus sein, dass er mit GPRS bereits zufrieden ist.

Je besser die Mobilfunkgesellschaften GPRS ausbauen, desto größer wird die Gefahr, dass sich die teuren UMTS-Lizenzen als Fehlinvestitionen erweisen. Denn der Aufbau des GPRS-Netzes ist wesentlich billiger.

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