Was die Parteien sagen
Gegenmodell kommt von den Liberalen

Auch die SPD hat sich den Folgen globalen Wettbewerbs in der Wirtschaft nicht verschlossen. Die rot-grüne Unternehmenssteuerreform zeugt davon, dass sie der Wettbewerbsfähigkeit hier zu Lande ansässiger Kapitalgesellschaften durchaus Bedeutung beimisst - im Fall der neuen Steuerfreiheit für Erlöse aus Beteiligungsverkäufen gar mit großer Radikalität.

dc DÜSSELDORF. Kaum eine Reform war wohl je so sehr darauf angelegt, die Deutschland AG dem rauen Wind der Märkte auszusetzen, macht sie es doch erheblich attraktiver, betonierte Beteiligungsgeflechte aufzubrechen. In ihrem Wesen ist die SPD indes alles andere als eine Shareholder-Partei. Die vom früheren Gewerkschafter Walter Riester erarbeitete Reform der betrieblichen Mitbestimmung belegt es: Die Belange der Beschäftigten bedürfen für die SPD einer Absicherung, die unabhängig vom Unternehmenserfolg ist.

Das Gegenmodell zur SPD liefert weniger die CDU/CSU als die FDP. Dass vor allem die Union erwägt, die Steuerfreiheit von Beteiligungsverkäufen wieder zu abzuschaffen, ist dabei nur ein Mosaikstein. Bei aller programmatischen Respektbekundung der Union gegenüber ihrem Parteiahnen Ludwig Erhard gerieren sich vor allem die Liberalen als dessen Nachfahren: "Wettbewerb ist das Herzstück der Sozialen Marktwirtschaft. Wettbewerb zwingt die Unternehmen, besser, leistungsfähiger, stärker zu werden. Deshalb bekämpfen Liberale alle Tendenzen, Wettbewerb abzubauen, zu verzerren oder zu verfälschen." Ob damit auch Shareholder-Value gemeint ist, bleibt eine Definitionsfrage.

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