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Was Frankreich wirklich bewegt

In Frankreich gibt es noch Themen von solch übergeordnetem Interesse, die selbst das EU-Referendum in den Schatten stellen. Das Eheleben von Nicolas Sarkozy zum Beispiel.

In Frankreich gibt es noch Themen von solch übergeordnetem Interesse, die selbst das EU-Referendum in den Schatten stellen. Das Eheleben von Nicolas Sarkozy zum Beispiel. Als am Donnerstag Abend der Ex-Finanzminister und Präsident der regierenden UMP-Partei sich den Fragen der Journalisten in der Hauptnachrichten auf France 3 stellte, wollten diese als erstes von ihm wissen: "Was ist an den Gerüchten dran, sie haben Eheprobleme?" Leicht gequält sprach Sarkozy von "Schwierigkeiten", aber "wir sind dabei sie zu überwinden" und bat sich Respekt für sein Familienleben aus.

Seit einer Woche schon ist die Presse auf den Spuren der Ehe-Probleme von Cecilia und Nicolas Sarkozy. Diese öffentliche Neugier hat sich der ehrgeizige Politiker aber selbst zu zuschreiben. Denn er setzte seine Ehe mit dem Ex-Fotomodell Cecilia gezielt für seine politische Ambitionen in den Medien ein.

Damit hat auch Gerhard Schröder schon schlechte Erfahrungen gemacht: In seiner Zeit als Ministerpräsident von Niedersachsen waren Schröder und seine Frau "Hillu" Mitte der 90er Jahre auf allen Kanälen zu finden. Schröder wollte damals Bundeskanzler werden, Sarkozy will Staatspräsident werden. Schröder flachste mit "Hillu" bei Thomas Gottschalk auf dem Sofa von "Wetten, dass", die Sarkozys bestritten regelmäßig Homestories in der Klatschpresse.

Endgültig geriet die Grenze zwischen privaten und öffentlichen Leben ins Schwimmen, als Sarkozy seine Gattin zu seiner Mitarbeiterin machte; sie war offiziell Mitglied in seinem "Cabinet", dem engsten Beraterkreis eines Ministers. Auch nach Sarkozys Wechsel an die UMP-Spitze bekam Cecilia einen Berater-Job.

Jetzt ereilt die Sarkozys das gleiche Schicksal wie die Schröders: Die öffentliche Trennung. Im "Parisien" enthüllte Cecilias Bruder: "Seit vergangenem Freitag arbeiten beide nicht mehr zusammen."

Aber vielleicht findet Nicolas Sarkozy ja Trost in dem weiteren Schicksal Gerhard Schröders. Denn die Trennung von seiner "Hillu" bremste schließlich nicht seinen Aufstieg zum Bundeskanzler.


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