„Was in den nächsten Tagen passiert, weiß ich nicht“
Rangnick steht nach Offenbarung im Rampenlicht

Am Mittwochabend hat sich Ralf Rangnick doch noch entschlossen, mit der Wahrheit herauszurücken: Zuvor hatte er Tagelang jeglichen Kontakt zu Hertha BSC Berlin dementiert. Nach dem 2:2 gegen den VfL Bochum gestand der Trainer von Hannover 96 dann unerwartet: "Es gab vor zehn Wochen eine Anfrage über einen Mittelsmann, indirekt, nicht von Dieter Hoeneß, ob ich eine Ausstiegsklausel habe und mir einen Wechsel vorstellen könne." Beides habe er verneint, erklärte der Coach und fügte zweideutig an: "Was in den nächsten Tagen passiert, weiß ich nicht."

HB HANNOVER. Die Spekulationen um einen Wechsel von Hannover zu Hertha haben damit neue Nahrung erhalten. "Das war zum Zeitpunkt der Rostock- Ultimaten", gab Rangnick zu, nachdem er noch ein halbe Stunde zuvor versichert hatte: "Bis zum jetzigen Zeitpunkt hat weder Hertha noch ein anderer Verein direkt oder indirekt mir mir gesprochen."

Seine Aussagen halfen wenig bei der Klärung der Situation, sondern steigerten eher die Verwirrung. "Ich kann nicht als Ablöse-Objekt dienen", sagte Rangnick noch und: "Weihnachten ist die Zeit der Märchen." Ganz unangenehm scheint Rangnick, der vor einem Jahr in Hannover kurz vor dem Rausschmiss stand, der Wirbel um seine Person allerdings nicht zu sein. Plötzlich steht er bundesweit im Mittelpunkt als begehrter Fußball-Fachmann. Bleibt er in Hannover, hat er zumindest eine stärkere Position, etwa bei seiner Forderung nach neuen Spielern.

Genervt zeigt sich derweil 96-Präsident Martin Kind. "Es ist eine unerträgliche Situation entstanden", sagte der Clubchef, der in der vergangenen Saison selbst mit widersprüchlichen Aussagen über den Trainer für Unruhe gesorgt hatte. Vor Rangnicks Abflug in den Ägypten-Urlaub sagte Hannovers starker Mann nun: "Wir planen mit ihm. Weder Herr Rangnick noch Hertha BSC haben uns angesprochen. Ralf Rangnick hat einen Vertrag bis 2005." Während Rangnick genüsslich abwarten kann, steht Hertha unter Druck. Manager Dieter Hoeneß will zum Trainingsauftakt nach der Weihnachtspause am 3. Januar den neuen Cheftrainer präsentieren, nachdem er am Mittwoch das Intermezzo mit Andreas Thom für beendet erklärt hatte.

Rangnicks Kollege Peter Neururer geriet angesichts der Spekulationen in den Hintergrund, obwohl der VfL neben dem VfB Stuttgart das Überraschungsteam der Hinrunde ist. "Platz fünf ist unglaublich", sagte der VfL-Coach. "Ich werde diese fünf Wochen Pause genießen und jeden Tag die Tabelle angucken." Besonders glücklich ist Neururer angesichts des deutlich geringeren Etats, "dass wir im Augenblick vor Schalke und vor Dortmund stehen. Was will man mehr?" Bei aller Freude versuchte Neururer, sachlich zu bleiben: "Es besteht kein Grund zu überschäumender Euphorie. Das ist nur eine Momentaufnahme." Zum Abschluss hatte Neururer aber auch noch einen Spaß parat und sagte ungefragt: "Ich habe auch kein Angebot von Hertha."

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