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Was Kofferkarren über den Zustand des Landes sagen

Manchmal manifestiert sich eine Krise in kleinen Dingen.

Manchmal manifestiert sich eine Krise in kleinen Dingen. Zum Beispiel Gepäckwägelchen im Flughafen.



Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal ein lustiges Erlebnis mit der Deutschen BA, oder DBA, wie sich jetzt kürzelt.

Gestern nun flog ich wieder mit ihr von Berlin zurück. Ich traf eine Stunde vor Abflug in Tegel ein und musste feststellen: Bei der DBA hat man sich Gedanken gemacht. Nein, nicht über Freundlichkeit, sondern über die Volksgesundheit. Zu diesem Zeitpunkt nämlich war der Flug verzeichnet mit "Boarding". Sprich: Die steigen schon alle ein.

Dies versetzte einige Anzugträger in arge Wallung, im Laufschritt verschmolzen Geschäftsreisender und Kofferkarre zum potenziellen Knöchelbrecher, atemlose Führungskräfte erreichten den Schalter nur um zu jappsen: "Was soll der Scheiß?". Denn der Schalter war unbesetzt, nicht einmal die "Boarding"-Vorstufe "Check in" hatte begonnen. Aber wenigstens wurden ein paar Kalorien verbrannt.

Aber wo wir gerade bei Kofferkarren sind. Ich bin der festen Meinung: An der Kofferkarre an sich lässt sich vieles über den Zustand eines Landes sagen. In Spanien zum Beispiel sind es wackelige, unpräzise zu steuernde Schrotthaufen. In den USA erinnere ich mich an breite, stabil auf den Fliesen dahin rollende Gefährte. So oder so: Die Kofferkarre an sich rollt, drückt man den Hebel vor sich, bremst sie.

Und in Deutschland? Ist es - und das kenne ich von keinem anderen Land - nötig, den Hebel zu drücken um rollen zu können. Der Grundzustand eines deutschen Kofferkarrens: angezogene Bremse.

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