Was kommt nach der Insolvenz?
Die Ziele eines Insolvenzverfahrens

Die Kirch-Gruppe muss einen Insolvenzantrag stellen, wenn sie zahlungsunfähig oder überschuldet ist. In diesem Fall sind Unternehmen verpflichtet, spätestens innerhalb von drei Wochen Insolvenz zu beantragen. In Bankenkreisen wird damit gerechnet, dass die Gruppe den Antrag für ihr Kerngeschäft KirchMedia in den nächsten Tagen stellt.

dpa MÜNCHEN. Den genauen Zeitpunkt muss Kirch selbst bestimmen. Dies könnte auch außerhalb der Öffnungszeiten des zuständigen Amtsgerichts in München erfolgen. In diesem Fall müsste der Antrag in einen Nachtbriefkasten am Gericht eingeworfen werden. Der Tag des Einwurfs wird dabei automatisch registriert. Vom Gericht würde der Antrag dann am Montag bearbeitet.

Ziel eines Insolvenzverfahrens ist es, die Interessen der Gläubiger zu befriedigen, indem das Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt wird. In einem Insolvenzplan kann auch eine davon abweichende Regelung, vor allem zum Erhalt eines Unternehmens, getroffen werden.

Das Insolvenzgericht prüft die Antragsvoraussetzungen. Für eine Eröffnung muss genügend Masse, also verwertbares Vermögen, vorhanden sein. Ist dies nicht der Fall, wird der Insolvenzantrag mangels Masse abgelehnt. Dann müssen sich die Gläubiger selbst darum kümmern, dass ihre Forderungen erfüllt werden. Bei Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wird in der Regel ein Insolvenzverwalter bestimmt. Er erhält besondere Vollmachten, sichtet das vorhandenen Vermögen und prüft die Bücher sowie die gegen den Schuldner bestehenden Forderungen. In Abstimmung mit den Gläubigern kümmert sich der Verwalter um ein Sanierungskonzept, sucht nach potenziellen Käufern und sorgt dafür, dass die Beschäftigten drei Monate lang Insolvenzgeld vom Arbeitsamt bekommen.

Spätestens drei Monate nach Verfahrenseröffnung entscheidet die Gläubigerversammlung auf Grundlage eines Berichts des Insolvenzverwalters, ob das Unternehmen liquidiert oder mit dem Ziel einer Sanierung fortgeführt wird.

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