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Was macht der Dollar?

Der schwache Dollar schadet nicht nur Exporteuren, sondern auch Investoren in Europa. Fazit: Der starke Euro hilft niemandem in Euroland.

Und was macht der Dollar? Das ist eine Frage, mit der sich nicht nur Exporteure in diesen Tagen sorgenvoll befassen, nachdem der Dollar rund 10 % an Wert gegenüber dem Euro eingebüßt hat. Doch die Talfahrt des Greenbacks dürfte weitergehen. Die Investmentbank Goldman Sachs rechnet mit einer Abwertung von rund 20 % in den kommenden zwölf Monaten.

Damit aber stellt sich die Dollar-Frage zunehmend auch für europäische Investoren. Sie werden vom schwachen Dollar gleich mehrfach getroffen. Zunächst schrumpfen die Gewinne jener Unternehmen, die stark in den Dollarraum exportieren. Sie sind weniger wettbewerbsfähig - verkaufen also weniger. Dazu fallen die Erlöse aus dem verbleibenden Geschäft - auf Eurobasis gerechnet. Analysten rechnen vor, dass ein Wertverfall des Dollar um 10 % rund vier Prozentpunkte Gewinnwachstum verzehrt. Die Aktienkurse dieser Unternehmen stehen entsprechend unter Druck.

Doch die Konsequenzen des starken Euro enden hier nicht. Insgesamt schlagen niedrigere Exporterlöse auf das Konsum- und Investitionsverhalten in Deutschland und Europa durch. Wenn Exporteure weniger verdienen, dann investieren sie weniger im Inland und müssen im Zweifelsfalle sogar Personal entlassen. All dies drückt auf die Stimmung in einem Markt, der sich ohnehin mit einer schwachen Binnennachfrage herumschlägt. Der starke Euro hilft also niemandem in Europa. Mit einer Ausnahme: der Europäischen Zentralbank bei der Inflationsbekämpfung. Da stellt sich am Ende die Frage, ob die Bank sich doch noch zu einer Zinssenkung durchringen mag.

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