"Was Sie wissen sollten, um den Job loszuwerden"
Das tägliche Berufschaos

Der Karriereknicke steckt voller Grotesken über das berufliche Allerlei, leicht und mit viel Witz geschrieben. Am Ende bleibt einem gar nichts anderes übrig, als Gefallen am Berufsleben zu finden - eben weil Büros vermobbt, Meetings ermüdend und Chefs bescheuert sind.

Nichts ist langweiliger als der Berufsalltag, und nichts ist schöner - zum Beispiel, wenn es darum geht, dem Chef einen reinzuwürgen.

>> Mit dem Chef im Fahrstuhl

Wie kommt man in einem Unternehmen am schnellsten nach oben? Im Aufzug natürlich. Denn nur hier bietet sich die Gelegenheit, mit seinem Chef mal zwanglos ins Gespräch zu kommen. Da können Sie mit ihm mal über alles reden. Zwar kurz, aber immerhin. Das ist Ihnen peinlich? Nein. Es wäre doch glatter Wahnsinn, wenn Sie das nicht täten. Vielleicht ist das Ihre einzige Chance, sich überhaupt mal bei ihm vorzustellen. Trauen Sie sich und glotzen Sie nicht mit schweißgenässter Stirn das Aufzugsschild an - voller Hoffnung, die Nummer Ihrer Etage möge endlich erscheinen, damit Sie verschwinden können. Starren Sie nicht an die Decke, als wären Sie Insasse einer geschlossenen Anstalt. Und schauen Sie nicht stur auf den Boden. Das sieht demütig aus.

Schauen Sie Ihrem Chef freundlich, aber entschlossen in die Augen, sprechen Sie ihn an, sagen Sie ihm, was Ihnen auf dem Herzen liegt. Sagen Sie ihm aber auf keinen Fall, wie bescheuert Sie es finden, dass er Ihrem Blick - selbst in den Spiegeln an den Innenwänden des Fahrstuhls - andauernd ausweicht. Lassen Sie ihn nicht fühlen, dass Sie merken, dass er mit Ihnen gar nicht reden will. Sagen Sie ihm, wo Sie arbeiten, was Sie bisher geleistet haben, wo Sie beruflich hinwollen; und wenn das alles gesagt ist, bleiben Sie in jedem Fall ein Stockwerk länger im Lift als er. Sonst könnte es sein, dass der Chef Ihnen beim Aussteigen einen ordentlichen Tritt verpasst.

>> Der gute Chef

Dass Ihr Chef ein schlechter Chef ist, erkennen Sie daran, dass er ständig sagt: "Ich weiß, wie Sie sich fühlen." Ein guter Chef sagt: "Sie sollen nicht fühlen, Sie sollen wissen." Ein schlechter Chef würde Sie nicht als "Mitarbeiter", sondern als "Arbeitskraft" bezeichnen. Ein guter Chef würde das niemals zu Ihnen sagen - höchstens zu seinen Pferden. Ein schlechter Chef würde versuchen, seine nicht vorhandene Autorität dadurch wettzumachen, dass er mit Ihnen herumkumpelt. Ein guter Chef ist eine Autorität und hat keine Kumpel. Ein guter Chef sagt schon mal "Ich weiß nicht". Ein schlechter Chef weiß nichts. Ein guter Chef kümmert sich um Sie und sorgt auch dafür, dass Sie rausfliegen. Ein schlechter Chef kümmert sich nicht um Sie, und deswegen fliegen Sie irgendwann beide raus. Ein schlechter Chef macht keine Komplimente. Einem gutem Chef machen Sie Komplimente. Ein schlechter Chef sagt niemals die Wahrheit. Ein guter schon - aber nicht zu Ihnen.

>> Tipps für den Chef

Schlechte Mitarbeiter braucht niemand. Sie leisten nicht genug, und was sie leisten, machen sie schlecht. Schlechte Mitarbeiter bringen den Umsatz in Gefahr und damit Arbeitsplätze. Also Chef, pack' deine schlechten Mitarbeiter härter an. Sag ihnen, wo es langgeht. Und wenn das nicht funktioniert, lass schlechte Mitarbeiter durch gute kontrollieren, um den Druck zu erhöhen. Erhöhe den Qualitätsstandard, damit schlechte Mitarbeiter noch weniger mithalten und du mit Rausschmiss drohen kannst. Wenn das nicht klappt, bilde einen Arbeitskreis und analysiere deine schlechten Mitarbeiter. Biete Motivationsprogramme an. Definiere neu, was schlechte Mitarbeiter zu schlechten Mitarbeitern macht. Richte eine unabhängige Kostenstelle für sie ein und senke schließlich ihre Gehälter. Und wenn das alles immer noch nicht helfen sollte, strukturiere deine Abteilung um, damit andere Abteilungen deine schlechten Mitarbeiter bekommen - und dich einschließlich, du Flasche.

Der "Karriereknicke" (96 Seiten, 9,80 Euro) ist ab sofort im Handel erhältlich. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.grupello.de.

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