Washington
Bush zeigt Obama das Weiße Haus

Vor knapp einer Woche feierte er einen historischen Wahlsieg, nun hat der künftige US-Präsident Barack Obama bereits das Weiße Haus in Augenschein genommen. Noch-Amtsinhaber George W. Bush empfing ihn dort zu einem ersten Gespräch .

HB WASHINGTON. Obama und seine Frau Michelle wurden von Bush und seiner Frau Laura am Montagabend wie Gäste bei einem Staatsbesuch begrüßt. Weder der amtierende noch der künftige Präsident äußerten sich nach dem rund zweistündigen Gespräch vor Journalisten, bei dem es nach Angaben von Vertrauten über die Wirtschaftslage und die US-Außenpolitik ging.

Der Besuch wurde offiziell als privates Gespräch bezeichnet, und Bush geleitete Obama gleich ins Oval Office. Bushs Stabschef Josh Bolten erklärte: „Ich bin sicher, dass jeder von ihnen eine Liste mit Themen hat. Ich weiß, dass der Präsident versuchen wird, Obama seine Vorstellung von der Führung der Amtsgeschäfte zu vermitteln. Aber wie das genau verlaufen wird, weiß ich auch nicht.“ Obama hatte in der vergangenen Woche erklärt, er gehe mit dem Gefühl in das Treffen, dass eine Zusammenarbeit aller Parteien angesichts der derzeitigen schwierigen Lage notwendig sei und dass dies auch allen bewusst sei.

Aus Obamas Umfeld verlautete, der Demokrat habe mit Bush unter anderem über Hilfen für die amerikanischen Autobauer gesprochen. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat Harry Reid hatten die Regierung am Wochenende gebeten, die 700-Milliarden-Dollar-Hilfe für Finanzinstitute auf die Autobauer auszudehnen.

In seinem Wahlkampf hatte der Demokrat Obama seinen republikanischen Konkurrenten John McCain immer wieder mit der Politik von Bush in Verbindung gebracht, die er als gescheitert bezeichnete. Bush hatte zwar McCain unterstützt, würdigte dann aber den Sieg Obamas, der nun als erster Schwarzer ins Weiße Haus einzieht, als Triumph der Geschichte Amerikas. Obama tritt das Präsidentenamt am 20. Januar an. Das Oval Office habe Obama gut gefallen, sagte sein Sprecher Gibbs: „Er hat gesagt, es war ein sehr, sehr hübsches Büro.“

Die derzeitige und die künftige First Lady zogen sich am Montag zu einem eigenen Gespräch unter vier Augen zurück. Laura Bush führte Michelle Obama rund eine Stunde durch alle Zimmer und sprach mit ihr über das Leben im Weißen Haus, wie Bushs Sprecherin Sally McDonough erklärte. Michelle Obama sah sich in Washington außerdem mindestens zwei Privatschulen an, die für die zehnjährige Malia und die sieben Jahre alte Sasha infrage kommen könnten. Die Mädchen besuchen derzeit eine Privatschule in Chicago.

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