"Washington Post" dokumentiert dramatische letzte Stunden
"Margaret, wir sind gefangen"

Zahlreiche Amerikaner haben über panische Anrufe von Verwandten und Freunden berichtet, die in ihren Büros im World Trade Center (WTC) saßen. Die amerikanische Tageszeitung "Washington Post" dokumentierte am Samstag die dramatische letzte Stunde im Leben von James Gartenberg (35), einem Büromakler, der zusammen mit Sekretärin Patricia Puma im 86. Stock des Nordturms von den Flammen eingeschlossen war.

dpa WASHINGTON. Gartenberg rief um 8.46 Uhr, kurz nach dem Aufprall der Maschine, seine Frau Jill im Büro an. Mit panischer Stimme hinterließ er eine Nachricht auf ihrem Anrufbeantworter. Er sei eingeschlossen und es brenne im Hochhaus. Ein Freund, Adam Goldman, rief gleichzeitig aus Chicago an, nachdem er die ersten Bilder im Fernsehen gesehen hatte. "Adam, ich bin eingeschlossen, ich kann nicht raus!" schrie Gartenberg ins Telefon. "Bleib ruhig", sagte der Freund. "Ich hab Angst, hol' mich raus", flehte Gartenberg.

"Der Rauch wird immer schlimmer"

Der 35-Jährige rief in der Personalabteilung seiner Firma an, die ihr Büro außerhalb hat. "Margaret, wir sind gefangen", sagte Gartenberg. "Versuch den Notausgang", empfahl die Kollegin. "Das geht nicht, vor der Tür liegt so viel Schutt, dass wir sie nicht aufbekommen." Margaret Luberda alarmierte auf einer anderen Leitung die Feuerwehr. "Jim, Sie kommen und holen euch raus", beruhigte sie Gartenberg. "Der Rauch wird immer schlimmer, sollten wir die Scheibe einhauen?" fragte der 35-Jährige. Luberda fragt bei der Feuerwehr nach. "Lieber nicht, Jim, aber sie kommen und holen euch".

Plötzlich war die Leitung tot

"Der Rauch wird schlimmer", berichtete Gartenberg erneut. "Habt ihr Wasser? Macht eure Jacken nass und atmet dadurch", riet Luberda. Im Büro begann die Decke einzubrechen. "Geht unter den Schreibtisch", sagte Luberda. Gartenberg und Puma krochen mit den Telefonen unter den Tisch. Der Freund, Adam Goldman rief erneut an. "Du bist mein bester Freund. Ich weiß nicht, ob ich hier rauskomme. Kümmere Dich bitte um alles", sagte Gartenberg, immer aufgelöster. Er rief seine Frau erneut an. "Ich liebe Dich, und unsere Tochter". Luberda, die die ganze Zeit auf einer anderen Telefonleitung wartete, sagte Gartenberg, der Rauch werde unerträglich. Dann war die Leitung plötzlich tot. Es war kurz vor 10 Uhr. Um 10.28 Uhr stürzte der gut 400 Meter hohe Büroturm ein

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