Washington und Berlin besorgt
14 Tote bei israelischer Offensive

Beim Vorstoß der israelischen Armee in zwei palästinensische Flüchtlingslager im Westjordanland sind am Donnerstag mindestens 13 Palästinenser und ein israelischer Soldat getötet worden.

dpa JERUSALEM/WASHINGTON/BERLIN. Der israelische Rundfunk berichtete am Abend, die israelischen Truppen hätten im Balata-Flüchtlingslager bei Nablus mehrere Gebäude eingenommen und befestigte Stellungen aufgebaut. Bei Hausdurchsuchungen seien große Mengen an Minen und anderen Sprengkörpern gefunden worden. Als Terroristen gesuchte Palästinenser seien jedoch nicht festgenommen worden.

Israelische Truppen rückten auch weiter auf ein Flüchtlingslager bei Dschenin im Norden des Westjordanlandes vor. Kommentatoren spekulierten in den israelischen Medien, dass die Militäraktion noch ein oder zwei Tage andauern werde. Die israelische Offensive folgte dem Anschlag einer palästinensischen Selbstmordattentäterin, bei dem am Mittwochabend in der Nähe von Jerusalem drei israelische Polizisten verletzt worden waren. Nach Darstellung der israelischen Armee sind die Flüchtlingscamps die zentrale Ausgangsbasis für Terroristen.

Unterdessen beschossen Palästinenser den Jerusalemer Vorort Gilo. Drei Bewohner seien leicht verletzt, sowie Dutzende Wohnungen und mehrere Autos beschädigt worden. Israelische Armeehubschrauber hätten Raketen auf Positionen palästinensischer Scharfschützen im benachbarten Bet Dschallah und in Bethlehem abgefeuert.

Deutschland und die USA äußerten sich besorgt über die Eskalation in den Palästinensergebieten. Die USA riefen Israel zur Zurückhaltung auf. Außenamtssprecher Richard Boucher erklärte am Donnerstag in Washington, die USA respektierten das Recht Israels auf Selbstverteidigung. Es sei aber auch wichtig, dass Israel Schritte unternehme, die eine Normalisierung erleichterten.

Bundesaußenminister Joschka Fischer erklärte nach einem Gespräch mit UN-Generalsekretär Kofi Annan in Berlin, die Bundesregierung sei über die Lage "höchst besorgt". Dies gelte insbesondere für die Kämpfe im Flüchtlingslager Balata, die eine große Anzahl von Opfern gefordert hätten.

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