Washingtoner Bankeninstitut sieht drastische Wachstumsabschwächung
Konjunkturflaute heizt Asienkrise wieder an

In Asiens aufstrebenden Volkswirtschaften schwellen die Kapitalabflüsse stark an, während sich das Wirtschaftswachstum dramatisch abschwächt. So lautet der Tenor der zur Jahrestagung der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) vorgelegten Asien-Prognose des Institute of International Finance (IIF) , das von 300 der größten Banken und Finanzkonzerne getragen wird.

egl DÜSSELDORF. "Das hohe Wachstum der letzten Jahre hat eklatante Schwächen bei Banken und Unternehmen überdeckt, die nun im wirtschaftlichen Abschwung stärker hervortreten", warnt Greg Fager, der Koordinator der Asien-Prognose.

In Südkorea schrumpft die Wachstumsrate von 8,8 % in 2000 auf 2,5 % in diesem Jahr. Selbst in der Handels- und Finanzmetropole Hongkong stürzt die Wachstumsrate von 10,5 % auf 2 % in 2001 ab. "Hinter den hohen Kapitalabflüssen steht nicht nur Kapitalflucht, weil der private Sektor den Regierungen nicht traut, sondern auch die Rückkehr zu normalen Finanzbeziehungen zu Auslandsmärkten nach der Krise", meint IIF-Ökonom Fager. Solche Kapitalabflüsse stiegen derweil von 62,1 im Jahre 1999 auf 72,7 Mrd. $ im letzen Jahr.

Bankensanierung verschlingt Großteil der Staatseinnahmen

Nach Fager schwelt die Asienkrise weiter, kommt die Restrukturierung der Finanzsektoren und der Unternehmen kaum voran und die Kapitalflucht bleibt immer noch viel zu hoch. Die Kosten der Bankensanierung verschlingen einen Großteil der Staatseinnahmen. So rechnet etwa Indonesien damit, dass die Bankensanierung die Staatshaushalte der nächsten Jahre in einem Umfang von fast zwei Dritteln des Bruttoinlandsprodukts belasten wird. Während sich das Wirtschaftswachstum der anderen asiatischen Länder wie Thailand, Indonesien und Malaysia ähnlich dramatisch abschwächte, beeindruckt China als Wachstumsland mit einem unveränderten Zuwachs von 7,5 % (Vorjahr 8 %).

Die Volksrepublik hat 2000 immerhin Waren und Dienstleistungen im Wert von 250 Mrd. $ exportiert. Das ist eine Steigerung um mehr als 100 Mrd. $ gegenüber 1995. Mit Zuflüssen an Direktinvestitionen von 46 Mrd. $ führt China im letzten Jahr die Liste der Empfängerländer an.

Zu einem Zeitpunkt, da Asiens angeschlagene Tiger und Drachen in den Finanz- und Unternehmenssektoren ihre Wunden heilen sollten, würden neue Wunden aufgerissen, meint das IIF. Massive Exportverluste durch den Konjunktureinbruch in den USA setzten die Unternehmenserträge und die Aktienkurse unter Druck. Japans wirtschaftliche Stagnation komme als weitere Belastung für die 1997 durch die Finanzturbulenzen stark geschwächte Region hinzu.

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