Wasser behindert Arbeiten
Schon 32 Leichen aus "Kursk" geborgen

Aus dem Wrack des russischen Atom-U-Boots "Kursk" im Schwimmdock Roslajakowo bei Murmansk sind bis Sonntag die Leichen von 32 Besatzungsmitgliedern geborgen worden. Weitere fünf Leichen wurden am nachmittag im fünften Abschnitt in der Mitte des Bootes entdeckt.

dpa MOSKAU. Die Suche nach weiteren Opfern wurde erheblich durch Wasser und Öl erschwert, das aus einigen unteren Kammern des Boots noch nicht abgelaufen war. Wie die Nachrichtenagentur Interfax weiter meldete, müsse das Gemisch zunächst abgepumpt werden.

Die "Kursk" war im Sommer vergangenen Jahres bei einem Flottenmanöver in der Barentssee nach mehreren Explosionen im Boot gesunken. Dabei waren alle 118 Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Spezialtaucher hatten bereits im Herbst des Vorjahres zwölf Leichen aus dem Wrack geborgen. Die "Kursk" war in einer mehrwöchigen Aktion vom Grund der Barentssee gehoben und Mitte dieses Monats nach Rosljakowo gebracht worden.

Von den seit Donnerstag aus der "Kursk" geborgenen Opfer wurden bereits 25 identifiziert. Die Überreste von sieben Seeleuten wurden noch am Samstag von den Gerichtsmedizinern freigegeben und in ihre Heimatorte zur Beerdigung übergeführt. Weitere zehn Leichen sollten noch am Sonntag an ihre Familien übergeben werden.

Neben dem Wasser erschwerten auch Schlamm vom Meeresboden sowie eine hohe Konzentration von Kohlendioxid in einzelnen Kammern die weiteren Bergungsarbeiten. "Die Entlüftung nimmt viel Zeit in Anspruch", wurde Interfax im Stab der Nordmeerflotte mitgeteilt. Im vorderen Abschnitt der "Kursk" sorgten Trümmer und die durch die Explosionen entstandenen Schäden für weitere Probleme der Bergungstrupps bei ihrem Vordringen.

In einer ersten Filmdokumentation nach der Bergung des Bootes zeigte Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow den schwer zerstörten vorderen Abschnitt der "Kursk". In dem kurzen Film war das Ausmaß der Zerstörung ersichtlich, das die Explosionen in der Kommandozentrale des U-Boots angerichtet hatten. "Es war die reinste Hölle", sagte er.

Durch die Explosionen im Bug des Schiffes und das anschließend eindringende Wasser habe die Besatzung in diesen Abschnitten keine Überlebenschance gehabt. Die rund 23 Seeleute, die in den Heckabschnitt des Bootes geflüchtet waren, um dort den - durch die Explosion jedoch verklemmten - Notausstieg zu öffnen, hätten ebenfalls keine Chance auf Rettung gehabt. Keine noch so schnell eingeleitete Rettungsaktion wäre nach Ustinows Meinung rechtzeitig zu den Eingeschlossenen vorgedrungen. Damit suchte er nach Meinung von Beobachtern Vorwürfe an die russische Marineführung zu entkräften, dass diese mit erheblicher Verspätung Rettungsmaßnahmen eingeleitet habe.

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