Wasserspringen
China zittert vor „Teufelskerl“ Klein

Hier ein Foto mit den Fans, dort ein Interview mit den Journalisten: Kein Zweifel, das deutsche Sprungwunder Sascha Klein ist in China ein Großer. "Hier bin ich bekannter als in Deutschland", sagt der Aachener.

Das könnte sich schlagartig ändern, sollte der 1,72 Meter große Sportler für den ersten Olympiasieg eines deutschen Wasserspringers seit Falk Hoffmann und Martina Jäschke 1980 in Moskau für die einstige DDR sorgen.

Spätestens seit dem Weltcupsieg bei der Olympia-Probe im Februar in Peking gehört Klein zu den Mitfavoriten bei den Spielen. In China, wo das Wasserspringen einen hohen Stellenwert genießt, hat er sich bereits den nötigen Respekt verschafft. Die Angst geht um, dass der 22-Jährige die Dominanz der heimischen Athleten auch bei Olympia durchbrechen kann - zumal Athen-Olympiasieger Hu Jia wegen gesundheitlicher Probleme nicht dabei ist.

Und Klein selbst kennt keine Furcht. "Nein, ich fürchte mich nicht. Wenn ich oben auf dem Turm stehe, blende ich sowieso alles aus und konzentriere mich auf meinen Sprung", sagt der Sportsoldat, schränkt aber ein: "Es gibt eine Reihe von Medaillenkandidaten."

"Teufelskerl" Klein springt "schwierigste Serie der Welt"

Walter Alt, Fachspartenleiter im Deutschen Schwimm-Verband (DSV), ist optimistisch. "Der Bursche springt die schwierigste Serie der Welt und ist unglaublich nervenstark. Wenn er seine Sprünge gut runterbringt, kann er ganz vorne sein", sagt Alt und bezeichnet Klein als einen "wahren Teufelskerl".

Das ist nicht untertrieben. Klein, der seine Körperbeherrschung unter anderem speziellen Akrobatik- und Ballettübungen verdankt, geht gerne volles Risiko. Für das Synchronspringen am Montag mit seinem Berliner Partner Patrick Hausding hat er sogar einen dreieinhalbfachen Salto rückwärts einstudiert - diesen Sprung des Europameisterduos wagen selbst die Chinesen nicht.

Die Krönung soll aber zum Abschluss der Sprung-Wettbewerbe am 23. August im Einzel vom Turm erfolgen. Allerdings muss Klein dann Patzer wie bei seinem EM-Silber von Eindhoven hinter dem 13 Jahre alten britischen Wunderknaben Thomas Daley vermeiden.

"Es ist ein Spagat, Risiko zu gehen und trotzdem möglichst keine Fehler zu machen. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt", sagt Klein. Sollte es klappen mit dem Olympiasieg, wird er bestimmt auch in Deutschland um mehr Fotos und Interviews gebeten.

© SID

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