Wasserstoffantrieb auf der ganzen Insel angestrebt
Ölfrei auf Island

Island soll das erste Land der Welt werden, das sich vollständig von der Nutzung fossiler Brennstoffe lossagt.

Reuters REYKJAVIK. Öl wollen die Isländer durch Wasserstoff ersetzen, den sie mittels der Energie ihrer Flüsse und Vulkane herstellen. Für Chemieprofessor Bragi Arnason von der Universität von Island in Reykjavik verwirklicht sich mit der Produktion des Kraftstoffes, der keinen Treibhaus-Effekt verursacht, ein Traum.

In Zukunft sollen Autos, Busse und Schiffe in Island mit Elektromotoren fahren, die den Strom aus Wasserstoff- Brennstoffzellen beziehen. Als Abgas entsteht dabei lediglich Wasserdampf.

Für die Herstellung von Wasserstoff wird allerdings Strom benötigt, für den in anderen Ländern meist wieder Erdöl- oder-gas verbrannt werden muss, wobei Kohlendioxid freigesetzt wird. Nicht so in Island: Der Strom wird hier mit Wasserkraft und Erdwärme erzeugt.

Vollständige Umstellung in 30 bis 40 Jahren

Im kommenden Jahr sollen erstmals drei mit Wasserstoff angetriebene Busse auf den Straßen Islands fahren. Die Umstellung aller 180 000 Fahrzeuge und 2500 Fischereiboote des Landes kann zwar nicht über Nacht geschehen, doch in rund 30 bis 40 Jahren will sich das Land ganz von der Ölnutzung verabschiedet haben.

Unterstützung für die Maßnahme finden die Isländer bei Daimler-Chrysler, das die Busse gemeinsam mit Royal Dutch/Shell und Norsk Hydro baut. Alle drei Konzerne haben gemeinsam in das neue Unternehmen Icelandic New Energy investiert und wollen Island als Testfeld für diese neue Technologie nutzen.

Zuvor sind allerdings noch einige Probleme zu lösen. Dazu gehört die Sicherheit der Wasserstoff-Fahrzeuge, denn das Gas bildet zusammen mit Sauerstoff das hochexplosive Knallgas. Außerdem suchen Techniker noch nach der besten Lösung für die Aufbewahrung des Gases am Fahrzeug.

Professor Arnason ist dennoch überzeugt, dass die Wasserstoff-Zellen in ihrer Funktion als Kraftstoff mit Benzin und Diesel in Konkurrenz treten können. Bei einem Erdölpreis von rund 20 Dollar je Barrel sei der isländische Wasserstoff zwar zwei- bis dreimal so teuer wie Benzin. Da die Brennstoffzellen aber wiederum zwei bis drei Mal effektiver als herkömmliche Verbrennungsmotoren seien, werde dieser Preisunterschied wieder ausgeglichen, sagte er.

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