Wasserversorgung ernstes Problem
Lage im indischen Erbebengebiet verschlechtert sich

Verschmutztes Wasser vergrößert die Gefahr des Ausbruchs von Seuchen warnen die Experten. Hilfsorganisationen bitten erneut um Spenden.

Reuters BHUJ. Im Erdbebengebiet von Indien ist die Versorgung der Überlebenden mit sauberem Wasser derzeit eines der Hauptprobleme. Trink- und Abwasserleitungen seien zerstört und kämen an manchen Stellen miteinander in Berührung, sodass die Gefahr der Verschmutzung von Trinkwasser bestehe, sagte der Chef des Wasserwerkes von Anjar, Mavji Bhai Sorathia, am Freitag. Die am Vortag aufgenommene Wasserversorgung durch das Leitungsnetz sei daher sofort wieder gestoppt worden. Verschmutztes Wasser birgt die größte Gefahr des Ausbruchs von Seuchen.

Um dies zu verhindern hätten die Behörden eine ganze Reihe von vorbeugenden Maßnahmen ergriffen, sagte der Regierungschef des Unionsstaates Gujarat, Keshubhai Patel. Dazu gehöre die Einsetzung von Fischen in Gewässer, die Mückenlarven fressen, sowie der Einsatz von Mitteln zur Insektenbekämpfung. Helfer verteilten zudem Medikamente und Tabletten zur Desinfektion von Trinkwasser.

Unterdessen beginnen in den betroffenen Städten die Aufräumarbeiten. In Ahmedabad sprengt die Armee Gebäude, deren Stabilität durch die Beben nicht mehr gegeben ist. Allein in dieser Stadt müssten 30 Häuser eingerissen werden, teilte die Stadtverwaltung mit.

In Bhuj und Anjar hat die Armee Teile der Städte abgesperrt, um Plünderungen zu verhindern. Viele indische Familien legen ihre Ersparnisse traditionell in Goldschmuck an, der in der Wohnung aufbewahrt wird. Dies könnte nach Befürchtungen der Behörden Plünderer anlocken.

Der Eindruck organisatorischen Durcheinanders wurde in der Berichterstattung der indischen Medien bestätigt. "Die Tragödie ist nicht, dass es keine Hilfe gibt - im Gegenteil. Die Hilfe strömt heran wie eine Flutwelle, Bergungshelfer aus aller Welt sind gekommen, aber all dem wird keine Richtung gegeben", lautete der Kommentar der "Times of India". Ministerpräsident Vajpayee widersprach. Es habe Anlaufprobleme gegeben, "doch das wurde innerhalb von 24 Stunden wieder wett gemacht".

Am Donnerstag hatte ein neuer starker Erdstoß die Region erschüttert, wo nach amtlichen Schätzungen zwischen 30 000 und 100 000 Toten zu beklagen sind. Die Europäische Union (EU) stockte ihre Hilfe für die Bebenopfer von drei auf dreizehn Mill. Euro auf.

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