Archiv
WDH Ausblick: IAA Nutzfahrzeuge: Branche im Aufschwung - Aber Risiken bleiben

(Wiederholung vom Vortag)

(Wiederholung vom Vortag)

dpa-afx HANNOVER. Die Absatzzahlen sind gut, die Auftragsbücher voll: im Gegensatz zum schwierigen Pkw-Markt brummt in der deutschen Nutzfahrzeug-Branche das Geschäft. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) spricht von einem "Jahr des Aufschwungs", vor allem der Export sorgt für zum Teil zweistellige Zuwachsraten. Allerdings: die Branche kommt aus einem Tal der Tränen. Ob es sich um einen nachhaltigen Aufwärtstrend handelt, ist zudem offen. Mehr Aufschluss könnte die Internationale Automobilausstellung (IAA) Nutzfahrzeuge ab dieser Woche (23.-30.9.) in Hannover geben - rund drei Monate vor dem Start der Lkw-Maut.

Nutznießer der starken Nachfrage nach Investitionsgütern vor allem im Ausland sind schwere Lastwagen: Produktion, Neuzulassungen und Export dieser Fahrzeuge stiegen 2004 bisher deutlich an. So wurden bis Ende August rund 102 000 Lastwagen über sechs Tonnen produziert (plus 24 %), so viele Fahrzeuge wie zuletzt 1982. Die Zahl der gefertigten Transporter dagegen ging leicht zurück.

"Im deutschen Nutzfahrzeug-Markt gilt derzeit die Regel: Je größer, umso stärker brummt der Verkauf", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen. Je näher aber das Geschäft am Konsumgütermarkt liege, umso schwächer sei es ausgeprägt. "Der Nutzfahrzeugmarkt ist damit das Spiegelbild der deutschen Wirtschaft."

Nutzfahrzeugbranche HAT Schwere Jahre Hinter Sich

Hinter der Nutzfahrzeug-Branche liegen schwere Jahre: Höhepunkt einer tiefen Absatzkrise war 2002 - im Jahr der letzten IAA Nutzfahrzeuge. 2003 ging es bereits wieder bergauf - wenn auch nur leicht. Der derzeitige Aufschwung ist daher zu einem großen Teil auch mit der Auflösung eines Investitionsstaus in den Unternehmen zu erklären.

Trotz der derzeit guten Lage der Branche, sagt VDA-Präsident Gottschalk, "bleiben wir auf dem Teppich". Denn eine allein aus der Erholung in der Industrie und aus dem Export gespeiste Nachfrage reiche nicht aus, um eine "wirklich verlässliche und dauerhafte Nachfrage auf hohem Niveau" zu sichern. Auch Binnennachfrage und privater Konsum müssten anspringen und die Lage im Handel und in der Bauwirtschaft deutlich besser werden.

Transportgewerbe Schwächelt Noch

Die anhaltend schwache Binnennachfrage macht auch dem Transportgewerbe zu schaffen - anders als die meisten Hersteller von Lastwagen ist es noch nicht wieder auf die Beine gekommen. "Die Stimmung ist nicht gut", sagt der Vize-Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), Adolf Zobel. Der BGL vertritt 12 000 Transportunternehmen - Betriebe, die eigene Lastwagen haben, die mit deutschen Kennzeichen und deutschen Fahrern unterwegs sind. Eine Belastung sei da die EU- Osterweiterung: Polnische oder tschechische Lkw-Fahrer setzten sich für viel weniger Geld hinters Steuer als ihre deutschen Kollegen.

Ein Geschäfts-Risiko sieht Zobel auch in der Lkw-Maut, die nach einer Serie milliardenteurer Pannen und Verzögerungen nun Anfang Januar 2005 starten soll. Der Einbau der nötigen Lkw-Computer kommt zwar nur schleppend voran - für Ärger in der Branche sorgt derzeit aber vor allem eins: dass das deutsche Nutzfahrzeuggewerbe vom Staat etwa mit der Kfz-Steuer wesentlich mehr zur Kasse gebeten wird als ausländische Konkurrenz. Die Branche wünscht sich daher zeitgleich zum Maut-Start eine Harmonisierung der Belastungen für das Transportgewerbe in der EU. Aus Brüssel gebe es aber immer noch kein klares Wort zur Harmonisierung, schimpft VDA-Präsident Gottschalk. Das sei "extrem unerfreulich".

Neben der Lkw-Maut und der wirtschaftlichen Zukunft der Branche gibt es noch ein anderes großes Thema auf der IAA: neue Technologien zur Abgas- und Verbrauchsreduzierung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%