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WDH ROUNDUP: Deutsche Bank schließt Aktienrückkaufprogramm abDPA-Datum: 2004-06-30 12:42:06

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Resonanz auf das am Montag abgeschlossene erste milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm der Deutschen Bank < DBK.ETR > reicht von Optimismus bis hin zu harscher Kritik an der Strategie des Vorstandes. "Die Deutsche Bank kann momentan nichts besseres mit ihrem Geld anfangen als Aktien zurückzukaufen, während andere Banken in strategische Akquisitionen investieren und expandieren, wie HSBC < HSBA.ISE > < HBC1.FSE > oder Royal Bank of Scotland Group < RBS.ISE > < RYS.FSE > ", sagte Analyst Metehan Sen vom Bankhaus Sal. Oppenheim am Mittwoch.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Resonanz auf das am Montag abgeschlossene erste milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm der Deutschen Bank < DBK.ETR > reicht von Optimismus bis hin zu harscher Kritik an der Strategie des Vorstandes. "Die Deutsche Bank kann momentan nichts besseres mit ihrem Geld anfangen als Aktien zurückzukaufen, während andere Banken in strategische Akquisitionen investieren und expandieren, wie HSBC < HSBA.ISE > < HBC1.FSE > oder Royal Bank of Scotland Group < RBS.ISE > < RYS.FSE > ", sagte Analyst Metehan Sen vom Bankhaus Sal. Oppenheim am Mittwoch.

Die Deutsche Bank hatte am Mittwochmorgen in Frankfurt mitgeteilt, dass sie das im dritten Quartal 2003 gestartete Aktienrückkaufprogramm nun beendet hat. Bis zum 28. Juni 2004 seien damit insgesamt rund 58,2 Millionen Aktien oder 10 Prozent des Grundkapitals zu einem Durchschnittskurs von 64,62 Euro zurückgekauft worden. Insgesamt hat der Branchenprimus damit 3,76 Milliarden Euro für diese Maßnahme ausgegeben. Der Kurs der Aktie notierte um 11.30 Uhr mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 65,35 Euro.

SCHUTZ VOR ÜBERNAHME? - STREUBESITZ NIMMT AB

Experten sehen in dem Aktienrückkaufprogramm vor allem das Bestreben, die Kapitalstruktur zu optimieren. So sei zum Beispiel durch den Verkauf von Industriebeteiligungen Kapital freigesetzt worden, das durch den Rückkauf an die Aktionäre zurückfließe. Dabei würden sich in der Folge der Gewinn und die Dividende je Aktie erhöhen, hieß es. "Es ist die Fortsetzung des eingeschlagenen Weges, überschüssiges Kapital an die Aktionäre zurückzugeben", sagte ein Sprecher. Ein Marktbeobachter betonte: "Die Aktie wird dadurch attraktiver." Ein Düsseldorfer Börsianer sagte: "Das hört sich nicht schlecht an, denn die Deutsche Bank stärkt damit ihre Akquisitionswährung." Bei potenziellen Übernahmen gelten Aktien meist als attraktives Zahlungsmittel.

Einen anderen Aspekt hob hingegen ein Händler aus Frankfurt hervor: "Ich denke, die wollen sich dadurch vor Übernahme schützen." Schlecht sei der Schritt für die DAX-Gewichtung, da der Streubesitz abnehme.

Nach Angaben der Bank hat der Vorstand beschlossen, 38 Millionen der zurück gekauften 58 Millionen Aktien einzuziehen, hieß es weiter. Das führt zu einer entsprechenden Herabsetzung des Grundkapitals, die kurzfristig zur Eintragung ins Handelsregister angemeldet werden soll. Nach Eintragung werde das Grundkapital aus 543.854.246 Aktien bestehen. Der Rest der erworbenen Anteile soll für die Mitarbeiter-Vergütung ausgegeben werden.

WEITERE RÜCKKÄUFE GEPLANT

Auch in Zukunft will die Bank Aktien aufkaufen. Die diesjährige Hauptversammlung hatte die Deutsche Bank ermächtigt, bis zu 45,5 Millionen Aktien oder 8,4 Prozent des reduzierten Grundkapitals zu erwerben, hieß es. Die Ermächtigung laufe bis November 2005. Die Rückkäufe werden wiederum in systematischer Weise sowohl über direkten Erwerb von Aktien im Kassamarkt als auch über Derivate umgesetzt.

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