Archiv
Web TV-Sender eröffnet Studio am Potsdamer Platz

Der Standort ist imageträchtig. Im Sony-Haus am Potsdamer Platz eröffnet das österreichische Start-up Webfreetv in der kommenden Woche das erste gläserne Studio für Web TV in Deutschland. Vom Markteintritt in Deutschland macht die Firma einen Börsengang in Frankfurt abhängig.

DÜSSELDORF. Internetsurfer sollten sich von Web TV nicht zuviel versprechen. Noch lassen sich - selbst über ISDN-Leitungen - vergleichsweise geringe Datenmengen transportieren. Das Format der Filme im Netz ist klein; die Filme ruckeln und erinnern mehr an Zeiten, als bewegte Bilder laufen lernten. Das soll sich durch Breitbandzugänge bald ändern, hoffen die etablierten Fernsehsender und vor allem die Firmen, die ausschließlich Fernsehen für das Internet produzieren.

Bis dahin behilft sich Webfreetv mit einem Trick. Die Videos werden auf den Servern von 30 Internetprovidern in Deutschland und Österreich zwischengespeichert, sind dadurch also schneller verfügbar und zappeln weniger. Einige Provider kassieren dafür Gebühren. "Aber wir zahlen deutlich unter dem Marktpreis", sagt Vorstandschef und Firmengründer Roman Padiwy. Andere Provider lassen sich im Gegenzug Unternehmensvideos von Webfreetv produzieren.

Die Filmproduktion im Auftrag von Unternehmen ist die wichtigste Einnahmequelle für die AG, die im Sommer 1999 in Wien mit 21 Mill. DM Wagniskapital gegründet wurde und heute nach eigenen Angaben 100 Mitarbeiter beschäftigt. Ein Beispiel für solche Auftragsarbeiten ist das tägliche Wirtschaftmagazin "Bluebull TV". Webfreetv produziert für die Internet-Plattform Bluebull das Web-Magazin mit Wirtschaftsnachrichten. Solche Formate sollen ab Freitag kommender Woche auch im gläsernen Studio am Potsdamer Platz entstehen.

"Deutschland ist für uns der wichtigste Markt in Europa", sagt Vorstandschef Padiwy. Vom Erfolg des Markteintritts macht er einen Börsengang in 2001 abhängig, voraussichtlich am Neuen Markt. Bislang werden die Aktien seiner Firma nur am C-Segment der Wiener Börse gehandelt. Für die dortige Notierung brauchte Webfreetv keinen Börsenprospekt vorzulegen, auf der anderen Seite darf das Start up nicht für den Kauf seiner Aktien werben. Im vergangenen Jahr machte die Firma noch deutlich Verlust. "2002 wollen wir die Gewinnzone erreichen", sagt Padiwy.

Vermischung von journalistischen Beiträgen mit Werbung

Die Videos, die Webfreetv für Firmen produziert, sind für deren Internetseiten bestimmt und werden gleichzeitig im Angebot des Internetsenders selbst laufen. Um die Webfreetv-Seite für Surfer interessant zu machen, soll Chefredakteurin Monika Halkort das Angebot durch eigene journalistische Beiträge von freien Reportern garnieren. "Damit machen wir natürlich Verluste", sagt Padiwy, "aber das ist Werbung für unser eigenes Angebot." Ein Problem mit der Vermischung von journalistischen Inhalten und Werbevideos hat Firmenchef Padiwy nicht. "Wir empfehlen unseren Kunden ohnehin, keine reinen Werbevideos zu produzieren", sagt Padiwy, "sondern produzieren für sie Inhalte."

Zudem sollen auf der Webseite Videos zu sehen sein, die Berliner Bürger selbst herstellen. Webfreetv stellt dafür sein gläsernes Studio im ersten Stock des Sony-Centers am Potsdamer Platz unentgeltlich zur Verfügung. "Wir wollen damit unser Produkt verankern", sagt Padiwy.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%