Webby-Feiern in aller Welt
Das Internet verleiht seine „Oscars“

Die Webseite von Google News liefert die besten Nachrichten. Lonelyplanet.com gibt die hilfreichsten Reisetipps. Und beim Internetshopping ist Amazon.com einfach unschlagbar. Zu diesem Schluss jedenfalls kam am Donnerstag die Academy of Digital Arts and Sciences, die zum siebten Mal die besten Webseiten mit Trophäen belohnte.

HB/dpa SAN FRANCISCO. 150 Anwärter in 30 Kategorien, wie Musik, Sport, Nachrichten und Verrücktes, waren im Rennen um die "Oscars des Internets" nominiert. Der einzige deutsche Kandidat mit der Webseite blinkenlights.de in der Sparte Internetkunst ging leer aus.

Dagegen traf der Humor der englischen Webseite rathergood.com in der Kategorie "Weired" (Seltsam) genau den Geschmack der Juroren. Ebenso die Filmkritiken von indiewire.com und die Heimwerkertipps der Webseite diynet.com in der Sparte "Living". Den Politik-Webby holte sich die vielbesuchte Webseite moveon.org, ein Forum für Anti- Kriegsaktivisten. Sie bedankten sich bei den Veranstaltern mit dem knappen Spruch: "Won Webby. Next beat Bush" (Webby gewonnen. Jetzt Bush besiegen). Nach alter Webby-Tradition müssen sich alle Preisträger auf fünf Worte beschränken.

Doch vieles war in diesem Jahr anders. Im Gegensatz zu früheren Webby-Award-Shows, bei denen in San Francisco der Rote Teppich ausgerollt wurde, fand die siebte Verleihung weltweit im Internet statt. Ende April hatten die Veranstalter die geplante Gala an der Westküste abgesagt, weil viele Nominierte aus 24 Ländern Sorge hatten, in politischen Krisenzeiten von weither anzureisen. Die Begeisterung von Webby-Gründerin Tiffany Shlain war dadurch nicht zu bremsen. "Die Oscars sind in Los Angeles, die Tony-Awards in New York, aber die Webbys sind überall auf der Welt", jubelte die Amerikanerin Donnerstagnacht auf einer Webby-Party in San Francisco.

Ihren Angaben zufolge waren mehr als 5000 Internetsurfer in aller Welt dem Aufruf gefolgt, virtuell an der Trophäenshow teilzunehmen. Auf über 150 Partys von Tokio über New York bis Paris wurden die Gewinner der besten Webseiten auch offline gefeiert. In San Francisco holte sich das Erfolgsteam von Google News seinen Webby ab. Der Münchner Michael Schmitt, der bei der kalifornischen Firma vom Praktikanten zum technischen Leiter avancierte, sagte stolz: "Innerhalb des Internets wird der Webby schon wie ein Oscar angesehen. Von all den Awards die wir gewinnen könnten ist er der Beste."

Der Online-Foto-Service Snapfish.com erhielt den Sonderpreis "Rising Star" für die am schnellsten wachsende Webseite im Internet. Fünf Millionen Benutzer stellen dort über 100 Millionen Fotos ins Netz. "Wir wachsen, wir machen Profit und haben Cash", frohlockte Ben Nelson vom Snapfish-Team. Nach dem Internet-Crash der letzten Jahre schaut er - mit einem Ehren-Webby in der Hand- ganz optimistisch in die virtuelle Zukunft.

Internet: Alle Gewinner: http://www.webbyawards.com.

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