Wechsel an der Spitze der Raumfahrt-Sparte
EADS und BAE Systems bauen Astrium um

Der europäische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS und das britische Luftfahrtunternehmen BAE Systems wollen die seit über einem Jahr angekündigte Neuordnung ihrer Raumfahrtaktivitäten angehen.

mwb MÜNCHEN. Ziel der EADS - Gruppe ist eine klare Trennung der Geschäfte mit Satelliten und Trägerraketen einschließlich Raumfahrt-Infrastruktur. Diese Spaltung wollte der bisherige Astrium-Chef Armand Carlier, der noch für beide Bereiche zuständig war, offenbar nicht umsetzen. Er wird das Unternehmen verlassen.

Binnen drei Monaten soll sein mit sofortiger Wirkung ernannter Nachfolger, Antoine Bouvier, den Anteilseignern ein Konzept zur Umstrukturierung des Satellitengeschäfts vorlegen, teilte EADS mit. Bouvier werde sich auf das Satellitengeschäft konzentrieren und soll dessen Rentabilität deutlich erhöhen. Details zur Neuordnung wurden nicht genannt. Ein EADS-Sprecher schloss allerdings Arbeitsplatzabbau nicht aus.

Europas führender Raumfahrtkonzern Astrium gehört zu 75 % EADS und zu 25 % der britischen BAE Systems. Die Zeit zum Umbau des Unternehmens drängt. Denn der Satelliten- Markt ist vor allem durch die rückläufige Nachfrage aus der Telekommunikationsindustrie unter Druck geraten. Zugleich steigen die Anforderung des Raumfahrtprogramms Ariane, auf das 50 % Marktanteil bei kommerziellen Satellitenstarts entfällt. Bis 2006 sollen 12 statt 6 Tonnen Nutzlast ins All transportiert werden. Bei den Trägerraketen hat sich der Wettbewerb durch Konkurrenz von Boeing, Lockheed Martin und die russische Sojus-Rakete verschärft.

Um die verlangten Kosteneinsparungen bei der Ariane 5 zu erreichen, soll das im EADS-Konzern verstreute Geschäft mit Trägerraketen und Raumfahrt-Infrastruktur ebenfalls besser koordiniert werden. Astrium und die 100-prozentige EADS EADS-Tochter Launch Vehicles (LV) schlossen auf Druck des Mutterkonzerns dazu ein Kooperationsabkommen, das Astrium-Manager Josef Kind und LV-Chef Philippe Couillard jetzt umsetzen müssen.

Mit der angestrebten vollständigen Zusammenlegung würde ein Geburtsfehler der EADS behoben. Astrium war unter Beteiligung der BAE Systems schon vor der großen Fusion zur EADS gegründet worden. Bei der aus der deutschen Dasa, der französischen Aerospatiale Matra und der spanischen Casa entstandenen EADS blieben die Briten aber außen vor. Seither haben nationale Interessen die Besetzung der Schlüsselpositionen und Bewertungsfragen zwischen EADS und BAE Systems die Neuordnung des Raumfahrtgeschäfts hinausgezögert.

Bei der EADS entfiel auf die Raumfahrtsparte im Jahr 2000 mit 2,5 Mrd. Euro rund 11 % des Konzernumsatzes, der nach wie vor vom Airbus-Geschäft mit zivilen Flugzeugen dominiert wird. In den ersten neuen Monaten war der Raumfahrt-Umsatz allerdings um 6 % rückläufig. In der Raumfahrt-Sparte beschäftigt der EADS-Konzern über 11 000 Mitarbeiter.

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