Wechsel der Generationen
Europas neue Helden

Noch nie haben sich bei einem großen Turnier so viele junge Spieler in den Vordergrund gespielt wie in Portugal.

LISSABON. Arjen Robben ist durch eine Auswechslung berühmt geworden, die in Holland inzwischen als "Wechsel des Jahrhunderts" bezeichnet wird. Gegen Tschechien musste der 20-jährige Linksaußen nach knapp einer Stunde vom Platz, Holland führte 2:1, verlor 2:3 - weil Trainer Dick Advocaat Robben vom Feld geholt hatte. Wie es denn sei, auf einmal der Gegenstand einer nationalen Diskussion zu sein, wurde Robben gefragt. Er lächelte nur und ließ andere sprechen. ,"Wir wechseln einen 20-Jährigen aus, der fünf Länderspiele bestritten hat, und die Mannschaft bricht zusammen", sagte Hollands Kotrainer Wim van Hanegem. "Das kann nicht sein."

Aber Robben ist kein Einzelfall. Noch nie haben sich bei einem großen Turnier so viele junge Spieler in den Vordergrund gespielt wie bei der Europameisterschaft in Portugal. Auffallend ist, wie viele junge Fußballer in ihren Mannschaften bereits Schlüsselpositionen besetzen.

Lothar Matthäus, der spätere Weltklassefußballer, hat 1980 auch mit 19 Jahren bei einer EM sein erstes Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft bestritten. In der Vorrundenbegegnung gegen Holland wurde er 18 Minuten vor Schluss beim Stand von 3:0 eingewechselt und verschuldete gleich einen Elfmeter. Deutschland siegte 3:2. Anschließend musste Matthäus fast anderthalb Jahre auf seinen zweiten Länderspieleinsatz warten.

Heutzutage verlaufen die Karrieren rasanter. Der Engländer Wayne Rooney war mit 18 Jahren der jüngste Spieler, der je bei einer EM-Endrunde ein Tor erzielt hatte. Vier Tage später traf Johan Vonlanthen für die Schweiz zum 1:1 gegen Frankreich und nahm Rooney den Rekord wieder ab. Der Tscheche Milan Baros, der Führende der Torschützenliste, ist auch erst 22 Jahre alt, und beim ersten siegreichen Elfmeterschießen der holländischen Fußballgeschichte trafen die beiden 20-Jährigen, Robben und Johnny Heitinga. Warum er geschossen habe, wurde Heitinga gefragt. "Warum nicht?", antwortete er. "Die jungen Spieler sind sehr überzeugt von ihrem Weg", sagt Hollands Trainer Advocaat. "Das finde ich positiv."

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