Wechsel im Vorstand
Salzgitter-Konzern bekommt Holding-Struktur

dpa SALZGITTER. Der Salzgitter-Konzern bekommt nach der Übernahme der Mannesmannröhren-Werke eine neue Struktur. Der Aufsichtsrat des zweitgrößten deutschen Stahlherstellers beschloss die Bildung einer Holding. In welcher Form die einzelnen Sparten darunter geführt werden sollen, steht im Detail jedoch noch nicht fest. Dies wolle der Aufsichtsrat im November entscheiden, teilte das Unternehmen mit. Zudem wird der Posten des Verkaufsvorstands neu besetzt.

Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Leese hatte ursprünglich weitergehende Pläne bei der Umstrukturierung des Konzerns. So sollten neben einer eigenständigen Mannesmann-Sparte die drei traditionellen Stahlstandorte Peine, Salzgitter und Ilsenburg/Harz als selbstständige Gesellschaften geführt werden. Diese wurden jedoch nach massiven Vorbehalten aus den Reihen der Betriebsräte vorerst auf Eis gelegt.

Wie es aus dem Aufsichtsrat hieß, soll die neu erworbene Mannesmannröhren-Werke AG aber in jedem Fall mit einer Zwischenholding eigenständig geführt werden. Denkbar sei parallel dazu eine eigenständige Stahl-Zwischenholding. Gegen eine reine Verselbstständigung der drei Stahlwerke hätten im Aufsichtsrat sowohl Vertreter der Arbeitnehmer- als auch der Kapitalseite Bedenken geäußert.

Der Aufsichtsrat beschloss einen Wechsel im Vorstand. Jürgen Kolb, seit 1986 verantwortlich für den Verkauf, geht mit Ablauf seines Vertrages Ende März 2001 in den Ruhestand. Als Nachfolger sei bereits zum 1. November Michael Pfitzner bestellt worden, teilte die Salzgitter AG mit.

Der 50-Jährige sei ein Kenner des Stahlvertriebs durch seine Tätigkeiten bei Mannesmann Handel, Saarstahl und Krupp Hoesch International. Zuletzt war er als Vorstandsmitglied der Krupp Thyssen Nirosta für den Vertrieb Rostfrei verantwortlich und arbeitete dort auch mit dem heutigen Salzgitter-Chef Leese zusammen.

Ein Kompromiss zeichnete sich in der Auseinandersetzung um die Gießerei in Salzgitter mit 104 Beschäftigten ab. Rund 150 Gewerkschafter demonstrierten zu Beginn der Aufsichtsratssitzung für deren Erhalt. Der Aufsichtsrat gab zwar grünes Licht für die Ausgliederung der Gießerei, die sowohl den Verkauf als auch die Schließung bedeuten kann. Zugleich wurde den Beschäftigten aber zugesichert, dass sie bei Bedarf andere Arbeitsplätze in der Salzgitter AG bekommen.

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