Wechsel von Martin Leach an die Spitze der Autosparte wieder ungewiss
Fiat setzt auf den neuen Panda

Keine Entwarnung für Fiat. Der italienische Autohersteller hat zwar auf dem wichtigen Heimatmarkt im August seinen Anteil wieder auf über 30 % ausbauen können, die absoluten Verkaufzahlen zeigen dennoch nach unten.

mab MAILAND. Grund: Während die gesamte Nachfrage gegenüber dem selben Vorjahresmonat um 10,5 % eingebrochen ist, haben die drei Konzernmarken Fiat, Alfa Romeo und Lancia lediglich 8,5 % verloren. Damit hat der einzige Volumenhersteller des Landes zwar besser abgeschnitten als seine Konkurrenten Volkswagen (-43 %) oder Ford (-21 %), dennoch hat Fiat in seiner jüngeren Geschichte zu Hause noch nie weniger Autos in einem Monat verkauft, als jene 27 300 im August 2003.

Laut dem Verkehrsministerium in Rom war der italienische Automarkt zuletzt vor sieben Jahren in einem derart schlechten Zustand. Grund dafür sind laut dem Herstellerverband ANFIA die im Frühling ausgelaufenen Steuervorteile beim Kauf von Neuwagen. Sie hatten die Nachfrage künstlich hochgehalten. Aus diesem Grunde erwartet ANFIA auch anhaltend schlechte Bedingungen für den Rest des Jahres und prognostiziert für 2003 lediglich eine verkaufte Stückzahl von 2,1 Mill. Autos. Das wäre der niedrigste Wert seit 1996.

Bei Fiat hofft man indes, dass neue Modelle die Marktschwäche teilweise kompensieren können. Anfang der Woche hatte das Unternehmen den neuen Kleinwagen Panda präsentiert, von dem in diesem Jahr 70 000 Stück und ab dem kommenden Jahr 200 000 Stück verkauft werden sollen. 600 Mill. Euro hat das Unternehmen in die Entwicklung des Wagens investiert, der im polnischen Werk Tychy gefertigt wird. In Kürze kommen der neue Lancia Y, der Familienvan Idea und ein supersportlicher Alfa 156 GT dazu. Bis 2005 soll die gesamte Modellpalette erneuert sein.

Ob Autochef Giancarlo Boschetti noch in diesem Jahr durch den bisherigen Ford-Europe-Präsidenten Martin Leach ersetzt wird, ist indes unsicherer denn je. Zeitungsberichten zu Folge soll Fiat bereits nach alternativen Kandidaten Ausschau halten, da für Leach der Weg zu Fiat durch eine spezielle Vereinbarung mit Ford vorerst verbaut ist. Angeblich lässt ihn sein ehemaliger Arbeitgeber nicht so einfach zur Konkurrenz wechseln. Sollte Fiat die Verpflichtung nicht gelingen, wäre dies ein schwerer Imageverlust für den Konzernboss Giuseppe Morchio.

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