Wechsel zum Geregelten Markt beantragt
IPC Archtech will raus aus dem Neuen Markt

Der bayerische Computer-Vermarkter IPC Archtec hat den Wechsel vom Neuen Markt in den Geregelten Markt beantragt.

Reuters NIEDERAICHBACH. Die Aktie solle am 31. Mai zum letzten Mal in dem Wachstumssegment notiert werden, teilte IPC Archtec am Dienstag mit. Am 3. Juni solle die Aufnahme in den Geregelten Markt erfolgen. IPC ist nach Angaben der Deutschen Börse bislang das 29. Unternehmen, dass freiwillig den Wechsel in den Geregelten Markt beantragt. Die IPC-Aktie notierte derweil schwächer.

IPC-Finanzvorstand Reinhard Oppowa begründete den Segmentwechsel unter anderem mit dem geringen Börsenwert des Unternehmens und dem negativen Image des Neuen Marktes. "Wir sind wegen unserer Marktkapitalisierung aus dem Fokus institutioneller Investoren geraten, weswegen wir im Geregelten Markt besser aufgehoben sein werden", sagte Oppowa. Zudem sei der Verbleib im Neuen Markt auch eine Kostenfrage, hinzu käme der Imageverlust des Segments in jüngster Zeit.

IPC Archtec hatte Anfang Mai seine Ergebnis- und Umsatzprognose deutlich nach unten revidiert, nachdem eine der vier Hausbanken ihren Rückzug angekündigt hatte. Darauf hatten mehrere Kreditversicherer ihre Versicherungslinien für Zulieferer von IPC nach Angaben des Unternehmens gekürzt oder gestrichen. Für das laufende Jahr rechnet die Firma mit einem Umsatz von 328 Millionen Euro statt der anvisierten 575 Millionen Euro. Der Überschuss werde voraussichtlich bei rund fünf Millionen Euro statt der geplanten 16,1 Millionen Euro.

Das Image des Neuen Marktes hatte in der Vergangenheit unter anderem auf Grund von Bilanzskandalen und Insolvenzen Schaden genommen. Derzeit sind noch 302 Unternehmen am Neuen Markt gelistet, in der Blütezeit des Wachstumssegmentes im Juni 2001 waren es noch 345. Um den angeschlagenen Ruf des Neuen Marktes aufzubessern, hatte die Deutsche Börse vergangenen Oktober Regeln zum Ausschluss von Gesellschaften vom Neuen Markt eingeführt. Danach sollten Firmen mit einem Aktienkurs von dauerhaft weniger als einem Euro und einer Börsenbewertung von gleichzeitig unter 20 Millionen Euro das Segment verlassen. Sechs Unternehmen hatten daraufhin geklagt und vor Gericht Recht bekommen, weshalb die Regeln Ende April von der Börse bis auf weiteres ausgesetzt wurden.

Unterdessen stuften die Analysten der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein die Aktie von IPC Archtec auf "Hold" von "Sell" herauf. Damit werde auf die jüngsten Kursverluste der Aktien von mehr als 75 Prozent reagiert, hieß es zur Begründung am Dienstag. Die Risiken seien nunmehr eingepreist, hieß es. Gegen Nachmittag lagen die Papiere von IPC Archtec um rund zehn Prozent schwächer bei 3,10 Euro.

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