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Wechselbad der Gefühle

Wie abwechslungsreich eine Woche sein kann müssen die Börsianer in diesen Tagen erfahren. Während am Mittwoch die Hoffnung auf eine baldige Erholung der Wirtschaft dominierte, sorgten schon einen Tag später enttäuschende Wirtschaftsdaten, schwache Quartalszahlen und negative Analystenkommentare für deutliche Verluste. Ob sich die Stimmung am Ende der Woche nach der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten erneut ändern wird, bleibt abzuwarten.

Nachdem die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung unerwartet hoch ausgefallen ist, blicken die Analysten mit großer Spannung auf die Arbeitslosenzahlen, die am Freitag veröffentlicht werden. Die Volkswirte rechnen mit einer Erhöhung um 0,1 Prozent auf 4,4 Prozent. Ein weiterer Anstieg wäre nicht erstaunlich, denn erst heute veröffentlichte das Researchunternehmen Challenger, Gray & Christmas Zahlen, nach denen die Unternehmen im April so viele Angestellte auf die Strasse setzten, wie schon seit Langem nicht mehr.

Die Analysten stützten sich am Donnerstag wieder auf die Fundamentalanalyse. Laut einer Studie von Thomson Travel ist der Aktienmarkt nach der jüngsten Rally überbewertet. Vergleicht man das prognostizierte Ertragswachstum der nächsten zwölf Monate mit den Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen, sei der Aktienmarkt um rund 21 Prozent überbewertet. Gemessen an den Ertragsaussichten des nächsten Jahres, liegt das KGV für amerikanische Aktien bei durchschnittlich 23,6 - ein historisch hohes Niveau. Eine Abkühlung der Märkte ist somit nicht verwunderlich.

Vor allem Chipgigant Intel zog New Yorks Indizes am Donnerstag in die Verlustzone. Den Dow Jones Index schickten zudem IBM, Microsoft und Hewlett-Packard in den Keller, während der Technologieindex Nasdaq durch Kursverluste der Netzwerkriesen JDS Uniphase und Ciena ins Minus rutschte. In beiden Indizes konnten nur fünf Unternehmen Gewinne verzeichnen.

Chip- und Netzwerkaktien litten am Handelstag unter Gewinnmitnahmen. Nachdem die Branche in den vergangenen Tagen kräftig zulegen konnte, strichen einige Anleger ihre Gewinne ein. Vor allem der Intel, Cisco Systems, JDS Uniphase und Texas Instruments verloren Punkte, nachdem die Unternehmen am Mittwoch zu den Tagesgewinnern zählten.

Außerdem belasteten negative Analystenkommentare der Credit Suisse First Boston den Chipsektor. Den Experten zufolge sind viele Chipaktien noch immer überbewertet. Um die aktuellen Kurse zu rechtfertigen, müsste die Branche eine schnelle Nachfrageerholung aufweisen. Und selbst wenn die Nachfrageerholung im zweiten Quartal erfolgen sollte, dürfte der Sektor in diesem Jahr mit einem Nachfragerückgang von 17 Prozent zu kämpfen haben, so die CSFB.

Phillip Morris gehört am Donnerstag zu den wenigen Gewinnern. Der anstehende Börsengang der Nahrungsmitteltochter Kraft sorgt für Auftrieb. Mit einem Emissionsvolumen von 8,6 Milliarden Dollar dürfte der Börsengang die zweitgrößte Neuemission in der US-Geschichte werden.

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