Weder Datum noch Ort stehen fest
Arafat und Powell planen offenbar ein Treffen

Reuters JERUSALEM. Palästinenser-Präsident Jassir Arafat und US-Außenminister Colin Powell wollen sich nach Angaben aus Palästinenser-Kreisen in Paris treffen. Das Treffen werde vermutlich während geplanter Gespräche zwischen Arafat und Frankreichs Präsident Jacques Chirac stattfinden. Aus US-Kreisen verlautete dagegen, es werde nur über die Möglichkeit eines Treffens gesprochen. "Bislang gibt es weder Datum noch Ort", hieß es. Das Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) kam in einer Analyse zu dem Schluss, eine Beruhigung im Nahen Osten erfordere eine aktivere Beteiligung der USA. Im Gaza-Streifen wurde ein 15-jähriger Palästinenser erschossen.

Powell wäre das ranghöchste Mitglied der Regierung von US- Präsident George W. Bush, das Arafat trifft. "Die US-Regierung beginnt zu erkennen, dass Verurteilungen der israelischen Politik nicht ausreichen", hieß es in den Palästinenser-Kreisen. Das Treffen werde vermutlich am 23. Mai stattfinden. Aus den US- Kreisen verlautete dagegen, es sei fast sicher, dass dieser Tag für Powell nicht in Frage komme. Powell besucht vom 22. bis 29. Mai Afrika und Europa. Am Dienstag hatte er in Washington den Palästinenser-Vertreter Mahmud Abbas getroffen.

Bush hat bislang zwar mit Israels Ministerpräsident Ariel Scharon gesprochen, Arafat ist dagegen bislang nicht nach Washington eingeladen worden. Bush hat zudem angekündigt, sich nicht wie sein Vorgänger Bill Clinton als Vermittler an Friedensgesprächen beteiligen zu wollen.

Vermittlerrolle der USA unersetzbar

"Niemand kann die USA ersetzen, wenn sie sich von dieser Aufgabe zurückziehen", hieß es zur Vermittlerrolle der USA in der am Mittwoch veröffentlichten Jahresanalyse des IISS. Die Politik der Bush-Regierung könne sich als unhaltbar erweisen, besonders wenn es weiter zu starken Spannungen in den Palästinenser-Gebieten komme. Bush werde von den gemäßigten arabischen Staaten unter Druck geraten, die Lebensbedingungen der Palästinenser zu verbessern. Zudem untergrabe der seit acht Monaten anhaltende Palästinenser-Aufstand die Macht Arafats. Er werde "langsam von militanteren Führern zur Seite gedrängt". Bei den seit September anhaltenden Unruhen sind mindestens 517 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Palästinenser.

Mitarbeiter eines palästinensischen Krankenhauses sagten, der 15-jährige Palästinenser sei am Mittwoch erschossen worden, als er an einem Wachturm der Armee nahe der israelischen Siedlung Netsarim vorbei gegangen sei. Der Jugendliche habe seine Schultasche bei sich gehabt und niemanden provoziert. Die Armee kündigte an, die Einzelheiten des Vorfalls zu prüfen. Die Europäische Union (EU) verurteilte das jüngste militärische Vorgehen Israels. "Es gibt keine langfristige militärische Lösung. Die Lösung des Konflikts sind Verhandlungen", sagte Schwedens Außenministerin Anna Lindh in Straßburg. Die Hauptverantwortung für eine Wiederaufnahme der Gespräche liege bei Israel. Schweden hält zurzeit die EU- Ratspräsidentschaft inne.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%