Weg frei für Eon
Brüssel gibt grünes Licht für Fusion Veba-Viag

Die Europäische Kommission hat dem Zusammenschluss zugestimmt - allerdings unter Auflagen. Das neue Unternehme Eon muss etliche Beteiligungen abstoßen.

Düsseldorf (ADX). Die Europäische Kommission hat am Dienstag der Fusion der deutschen Mischkonzerne VEBA und VIAG unter Auflagen zugestimmt. Damit ist die letzte Hürde für die Zusammenführung der beiden Unternehmen genommen, teilten die beiden Industriekonzerne in einer gemeinsamen Erklärung mit. "In wenigen Tagen" werde nunmehr die Verschmelzung vollzogen. Unter dem Firmennamen Eon einstehe der weltweit größte private Energiedienstleister und die weltweit führende Spezialchemiegruppe.

Eon wird sich von seinen Beteiligungen an VEW, HEW, VEAG/LAUBAG und BEWAG trennen. Weiterhin sollen an der deutsch-dänischen Grenze zusätzliche Durchleitungskapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Entsprechende Angebote hatten die beiden Konzerne im Zuge des kartellrechtlichen Prüfverfahrens wegen der Bedenken der Kartellbehörden in Brüssel gemacht.

Auf dem deutschen Strommarkt wird das neue Unternehmen eine Spitzenposition einnehmen. Für den Ausbau des Stromgeschäfts im europäischen Maßstab verfügt Eon über eine "hervorragende Ausgangsbasis". Das Unternehmen habe das Ziel, bei Strom, Gas und Wasser "kräftig zu expandieren". Das zweiten Kerngeschäft, die Spezialchemie, soll durch die Zusammenführung von Degussa-Hüls und SKW Trostberg nochmals verstärkt werden. Degussa, der künftige Chemiebereich von E.ON, soll seine führenden Positionen "konsequent weiter ausbauen", hieß es.

Für einen schnellen Start von Eon sind alle notwendigen Entscheidungen frühzeitig getroffen worden, betonen VEBA und VIAG. Bereits im Dezember 1999 wurde der Verschmelzungsvertrag geschlossen. Auf außerordentlichen Hauptversammlungen im Februar 2000 stimmten die VEBA- und VIAG-Aktionäre der Fusion mit großer Mehrheit zu. Inzwischen sind nach Bekunden der beiden Unternehmen "alle Struktur- und Personalentscheidungen abgeschlossen". Dadurch soll das neue Unternehmen bereits wenige Tage nach der Zusammenführung voll arbeitsfähig sein.

VEBA-Chef Ulrich Hartmann und VIAG-Chef Wilhelm Simson versicherten, "jetzt werden wir einen schnellen und kraftvollen Start hinlegen". Die Chancen auf den liberalisierten Märkten sollen dabei voll genutzt werden. Beide Manager kritisierten, dass bei dem Kartellverfahren der EU ein "rein nationaler Maßstab" angelegt wurde. Dies sei mit der Wettbewerbsrealität in Europa nicht mehr vereinbar. Um so mehr komme es jetzt darauf an, bestehende Ungleichgewichte zwischen privaten Unternehmen und Staatskonzernen zu beseitigen und für eine schnelle Marktöffnung in allen Staaten zu sorgen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%