Weg für Programmstart freimachen
Einigung über Preis für Airbus A400 M

Die Partner des europäischen Militärtransportflugzeugs Airbus A400 M haben sich nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums mit Airbus auf Arbeitsebene über den Preis geeinigt und so ein Hindernis für den Programmstart beseitigt.

Reuters BERLIN. Ein Sprecher des Ministeriums sagte am Mittwoch in Berlin, die "Policy Group" der Regierungsexperten der sieben Staaten habe eine Einigung erzielt. "Es liegt noch nicht die Zustimmung aller Partner vor, das wird aber in Kürze erwartet." Zu Einzelheiten der Einigung wollte er sich nicht äußern. In Regierungskreisen hieß es, die Gesamtkosten des Projekts stiegen durch die reduzierte Stückzahl um rund 1,3 Prozent oder knapp 180 Millionen Euro. Davon trage Deutschland mit knapp 60 Millionen Euro ein Drittel. Diese Steigerung wäre durch die im Etat 2003 abgesicherten Mittel für das Projekt abgedeckt. Vom Hersteller lag eine Stellungnahme zunächst nicht vor.

Einigung soll Weg für Programmstart freimachen

Die Einigung gilt als wichtiger Schritt zum mehrfach verschobenen Programmstart, der damit nach Zustimmung der Parlamente noch im Frühjahr stattfinden könnte. Die Auslieferung des A400 M ist jedoch erst ab 2009 geplant. Die Neuverhandlungen des Vertrags waren nötig geworden, weil Deutschland seine Bestellung auf Grund knapper Etatmittel von 73 auf 60 Flugzeuge reduziert und Portugal seine Zusage für drei Flugzeuge ganz zurückgezogen hatte. An der rund 20 Milliarden Euro schweren Bestellung von insgesamt 180 Maschinen sind neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Belgien, Luxemburg, Italien und die Türkei beteiligt.

Der Ministeriumssprecher sagte: "Wir begrüßen das Verhandlungsergebnis, das die "Policy Group' erreicht hat." Es sei eine für alle Seiten erfreuliche Einigung. Wenn die Zustimmung aller Staaten vorliege, könne die Einigung den Parlamenten vorgelegt werden. Nach deren Zustimmung könnte die europäische Rüstungsagentur OCCAR den Vertrag in Kraft setzen und das Programm beginnen. Der Start war mehrfach verschoben worden, vor allem auf Grund eines innenpolitischen Streits in Deutschland über die Haushaltsmittel für das Rüstungsprojekt.

Schlüsselprojekt für Militär und Rüstungskooperation

Der A400 M ist ein Großflugzeug, das den Lufttransport von Soldaten und Ausrüstung, einschließlich schweren Fahrzeugen, über weite Strecken ermöglichen und damit ein bisheriges Defizit ausgleichen soll. Bei mehreren Auslandseinsätzen der Bundeswehr war das Fehlen eigener Transportkapazitäten als Problem deutlich geworden. Die Entwicklung des A400 M gilt auch als Beispiel für die geplante stärkere rüstungspolitische Kooperation in Europa. Die Herstellerfirma Airbus hatte stets betont, die Reduzierung des Bestellvolumens führe zu einem höheren Preis.

Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge geht die Einigung von einer Kostensteigerung um drei Prozent oder 450 Millionen Euro aus. Airbus habe zuerst zusätzlich rund 500 Millionen Euro gefordert. Nachdem die Partnerländer rund 1,3 Prozent der Steigerung tragen, wird der Rest nach Angaben aus Regierungskreisen durch Veränderungen bei der Ausrüstung der Maschinen aufgefangen. Der Airbus-Mutterkonzern EADS hatte als Ausgleich für die Steigerung des Stückpreises eine Reduzierung der Varianten des Flugzeugs ins Gespräch gebracht.

Zu den Preisverhandlungen hatte Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) gesagt, er halte eine Steigerung des Stückpreises in der Größenordnung von rund einem Prozent für vorstellbar. Die Kosten für die ursprüngliche Bestellzahl von 73 Maschinen hatte das Ministerium auf rund neun Milliarden Euro beziffert. Struck hatte gesagt, er erwarte trotz der erwarteten Steigerung des Stückpreises durch die Reduzierung der deutschen Bestellung Einsparungen in Höhe von 1,5 bis zwei Milliarden Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%