Wegen angeblich falscher Angaben zu Immobilienwerten
150 Klagen gegen die Deutsche Telekom

ap HARPSTEDT/BONN. Einen Wäschekorb mit rund 150 Klagen enttäuschter Aktionäre gegen die Deutsche Telekom wollen Anwälte am Dienstag beim Landgericht Frankfurt einreichen. Wie der Harpstedter Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen am Montag erklärte, werfen die Aktionäre in ihrer so genannten Prospekthaftungsklage der Telekom vor, in den Prospekten zum zweiten (Juni 1999) und dritten (Juni 2000) Börsengang falsche Angaben zu den Immobilienwerten des Unternehmens gemacht zu haben.

Nach dem Absturz der T-Aktie weit unter die Ausgabekurse der Jahre 1999 und 2000 von 37,50 beziehungsweise 63,50 ? (für Privatanleger unter Ausnutzung aller Vergünstigungen) verlangen die klagenden Aktionäre die Rücknahme der erworbenen Aktien gegen Erstattung des Kaufpreises. Die Klage musste nach Angabe des Anwalts jetzt eingereicht werden, da sonst möglicherweise eine seit 21. Februar laufende Verjährungsfrist ein weiteres Vorgehen verhindert hätte. Eine Entscheidung werde nicht Frühjahr 2002 erwartet.

Am 21. Februar hatte die Telekom den Buchwert ihrer Immobilien offiziell um zwei Mrd. ? (knapp vier Mrd. DM) nach unten berichtigt. Damit sank der Konzernüberschuss, der in der vorläufigen Bilanz für 2000 gut einen Monat zuvor noch mit 7,4 Mrd. ? angegeben worden war, auf 5,9 Mrd. ?. Gleichzeitig beschleunigte sich der Niedergang der Telekom-Aktie, die am 6. März 2000 mit einem Xetra-Schlusskurs von 103,50 ? ihr absolutes Hoch erreicht hatte. Am Montagnachmittag lag die Aktie nurmehr knapp über 17 ?.

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