Wegen Bilanzbetrugs
US-Börsenaufsicht verklagt Xerox

Bei Unternehmen einer Größenordnung wie Xerox wägt die amerikanische Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) den Wortlaut der Anklage sorgfältig ab - bei Xerox wählte die SEC einen ungewöhnlich scharfen Ton.

vwd/wsj/cra NEW YORK. Das Unternehmen habe Anleger und Investoren "irregeführt und betrogen". Am Donnerstag hat die SEC vor einem US-Bundesgericht in New York Klage wegen Betrugs eingereicht. Die Aufsichtsbehörde wirft dem amerikanischen Druckmaschinenhersteller vor, in den Jahren 1997 bis 2000 den Umsatz um drei Milliarden Dollar und den Vorsteuergewinn um 1,5 Milliarden Dollar geschönt zu haben.

Das leitende Management soll die Bilanzen gefälscht haben, um die Erwartungen des Marktes unter starkem Druck der Konkurrenz zu erfüllen. Bis 1998 seien etwa 29 Prozent des Vorsteuergewinns durch solche Maßnahmen entstanden, so die SEC in ihrer 39seitigen Anklageschrift. In den vierten Quartalen der Jahre 1998 und 1999 seien sogar bis zu 37 Prozent des Vorsteuergewinns durch gefälschte Bilanzen entstanden. Ohne die Manipulationen hätte Xerox in elf von zwölf Quartalen der Jahre 1997 bis 1999 die vom Markt erwarteten Ziele verfehlt, so die Börsenaufsichtsbehörde.

Verantwortlich macht die SEC für die illegalen Praktiken hauptsächlich das obere Management. Offenbar wurden die Bilanzfälschungen von dort initialisiert. Kritik und neugierige Fragen des mittleren und unteren Managements waren unerwünscht. Das Wall Street Journal berichtet vom Fall des ehemaligen Assistenten James Bingham, der nach wiederholter Kritik an den Abrechnungsverfahren im Jahr 2000 gekündigt wurde. Die SEC hat Bingham bereits als Zeugen vernommen.

In der vergangenen Woche hatte Xerox ohne offizielle Anerkennung der Vorwürfe der Zahlung einer Zivilstrafe von zehn Millionen Dollar zugestimmt. Es handelt sich dabei um die bisher höchste Summe, die ein US-Unternehmen je wegen Bilanzierungsverstößen gezahlt hat. Zudem hat Xerox angekündigt, die Geschäftsergebnisse bis 1997 rückwirkend neu auszuweisen.

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