Wegen der Lungenkrankheit SARS: Deutsche Post verhängt Reiseverbot

Wegen der Lungenkrankheit SARS
Deutsche Post verhängt Reiseverbot

Mit Reisebeschränkungen und Warnhinweisen reagieren jetzt die ersten deutschen Firmen auf die in Asien grassierende Lungenkrankheit SARS.

Reuters FRANKFURT. Die Deutsche Post untersagte ihren Mitarbeitern wegen der Ausbreitung der lebensgefährlichen Krankheit sogar Reisen nach China, Vietnam, Hongkong und Singapur, wie ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Andere Konzerne raten zum Teil ihren Beschäftigten, nicht in gefährdete Regionen zu reisen und besonders auf Hygienemaßnahmen zu achten.

Bislang sind weltweit 62 Menschen am Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) gestorben, davon 15 in Hongkong und vier in Singapur. Rund 1 700 Menschen sind mit der Krankheit infiziert. Experten schließen mittlerweile eine deutliche Beeinträchtigung der Wirtschaftsaktivitäten in den Regionen durch die Krankheit nicht mehr aus. Fluglinien registrieren bereits einen massiven Rückgang der Nachfrage in der Region.

Post: Management soll Videokonferenzen nutzen

Die Post rate ihren Mitarbeitern, auch von Privatreisen in die Region abzusehen, sagte der Unternehmenssprecher weiter. Für Gespräche mit dem Management in der Region sollten verstärkt Videokonferenzen genutzt werden. Mitarbeiter des Konzerns seien bislang nicht an SARS erkrankt, betonte der Sprecher. Die in Asien tätige Post-Tochter DHL spüre bislang keine Auswirkungen durch SARS auf ihr Geschäft.

Der Volkswagen-Konzern hat bislang keine Reiseverbot ausgesprochen, empfiehlt seinen Mitarbeitern aber, die Region bis auf weiteres zu meiden. Die Beschäftigten sollten Reisen nach Singapur, Hongkong und Vietnam wegen SARS wenn möglich verschieben, hieß es bei dem Wolfsburger Autobauer. Die Produktion von VW in China sei bisher nicht betroffen, sagte ein Sprecher. VW produziert Autos in zwei Gemeinschaftsfirmen in Changchun im Nordosten des Landes und in Schanghai im Süden.

Die Münchener Allianz AG hat nach eigenen Angaben bereits im März eine Information mit Verhaltensregeln wegen der SARS-Krankheit herausgegeben. Reisen in die Region seien zwar nicht untersagt, sagte ein Sprecher. "Aber wir empfehlen, wenn möglich, Reisen zu verschieben." Bei Siemens gibt es hingegen bisher keine Reisebeschränkungen für Hongkong oder andere möglicherweise gefährdete Gebiete, wie ein Sprecher sagte. "Wir sehen im Moment keinen Anlass dafür". Siemens habe aber den Mitarbeitern Hinweise zu erhöhter Vorsicht gegeben.

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