Wegen El Kaida
Weltweit Warnungen vor Terroranschlägen

Die Furcht geht um: US-Behörden warnen vor neuen Attentaten in Saudi-Arabien, die britische Regierung sagt Flüge nach nach Kenia ab, Australien und Neuseeland geben Reisewarnung für Südostasien aus.

rtr SINGAPUR. Nach den jüngsten Selbstmordanschlägen in der saudiarabischen Hauptstadt Riad haben die Behörden weltweit vor einem erhöhten Anschlagsrisiko auch in Urlaubsländern gewarnt. Australien und Neuseeland gaben am Freitag Reisewarnungen für Südostasien aus. Es lägen Informationen vor, dass militante Gruppen dort Anschläge auf westliche Touristen planten. Das US-Außenministerium warnte US-Staatsbürger in Saudi-Arabien vor einem möglicherweise geplanten Anschlag in Dscheddah. Aus Furcht vor Anschlägen setzte Großbritannien am Donnerstag alle Flüge britischer Fluggesellschaften nach Kenia aus. Auch die USA rieten von Reisen nach Kenia ab. Viele Regierungen rechnen mit weiteren Anschläge der Organisation El Kaida von Moslem-Extremist Osama bin Laden. El Kaida wird auch hinter den Anschlägen am Montag in Riad mit mindestens 34 Toten vermutet.

Das australische Außenministerium erklärte, Australier sollten bei Reisen nach Malaysia, Thailand, Singapur, den Philippinen, Osttimor und Brunei extrem vorsichtig sein. "Wir erhalten weiterhin Berichte, dass terroristische Elemente in der Region Anschläge planen", hieß es in einer Erklärung. Neuseelands Außenminister Phil Goff empfahl Reisenden in Südostasien, sich bei der Botschaft registrieren zu lassen und Orte zu meiden, an denen sich viele westliche Staatsbürger aufhielten. Die USA hatten bereits am Mittwoch von Reisen nach Malaysia abgeraten.

Australien hatte seine Bürger bereits wiederholt vor Reisen nach Indonesien gewarnt. Auf der indonesischen Insel Bali waren im vergangen Jahr rund 200 Menschen bei einem Bombenanschlag getötet worden, darunter 88 Australier. Hinter der Tat wird die Extremisten-Gruppe Jemaah Islamiah vermutet.

Das US-Außenministerium teilte am Donnerstag mit, es befürchte weitere Anschläge wie in Riad. Dort waren auch acht US-Bürger ums Leben gekommen. "Das US-Generalkonsulat in Dscheddah hat einen unbestätigten Bericht erhalten, wonach sich im El-Hamra-Bezirk in naher Zukunft ein möglicher Terror-Anschlag ereignen könnte", erklärte das Ministerium. US-Justizminister John Ashcroft sagte, die jüngsten Anschläge in Riad zeigten, dass Saudi Arabien ein "Terrorismus-Problem" habe.

Die USA warnten am Donnerstag auch vor Reisen nach Kenia in Ostafrika, wo eine "glaubwürdige Bedrohung durch terroristische Anschläge" bestehe. Es werde befürchtet, dass Attentäter versuchten, Raketen auf Flugzeuge abzufeuern. Auch Häfen könnten zum Anschlagziel werden, erklärte das US-Außenministerium. US-Reisende in der Region sollten wachsam und vorsichtig sein, da Anhänger der radikal-islamischen El Kaida und anderer Extremistengruppen in der Region agierten. Wenige Stunden zuvor hatte Großbritannien aus Furcht vor einem Anschlag alle Flüge britischer Fluggesellschaften von und nach Kenia ausgesetzt.

In Deutschland wurde hingegen zunächst keine Reisewarnung für Kenia ausgesprochen. Auf der Internet-Seite des Auswärtigen Amtes hieß es jedoch: "Es gibt Hinweise auf bis in die jüngste Zeit geplante terroristische Anschläge in Kenia, die gezielt gegen ausländische und terroristische Anschläge in Kenia gerichtet sein könnten." Kenia hat die Sicherheitskräfte im Land seit Mittwochabend in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Es sei zu befürchten, dass eines der meistgesuchten Mitglieder der El Kaida einen Anschlag vorbereite, hieß es in Nairobi.

US-Heimatschutzminister Tom Ridge sagte, er schätze die Bedrohung durch El Kaida weiterhin als "sehr, sehr real" ein. El Kaida wird auch für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich gemacht.

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