Wegen Erdbebengefahr
Südfranzösische Atomfabrik soll 2002 schließen

Wegen Erdbebengefahr muss die Produktion von MOX-Brennelementen in der südfranzösischen Atomfabrik Cadarache spätestens im nächsten Jahr eingestellt werden. Nicolas Sennequier von der Nuklearaufsichtsbehörde ASN/DRIRE erklärte in Marseille: "Bei einem Beben mit einer bedeutenden Stärke würde das Labor zerstört und Plutonium in die Atmosphäre freigesetzt."

ap PARIS. Die Cogema stellt in Cadarache jährlich 45 Tonnen MOX-Brennelemente für deutsche Kernkraftwerke her. Die Produktion solle nach Marcoule im Departement Gard verlegt werden, erklärte Cogema-Sprecher Yves Gautier am Donnerstag.

Die Cogema hat der langfristigen Schließung der Anlage nach langem Zögern grundsätzlich zugestimmt und nach eigenen Angaben dem Umweltministerium im letzten Herbst Vorschläge vorgelegt, wie der Erdbebengefahr Rechnung getragen werden könne. Sennequier erklärte am Mittwochabend aber, da die Cogema seit Jahren nicht reagiert habe, würden die Behörden von sich aus die Schließung bis zum nächsten Jahr verfügen.

Die am Zusammenfluss von Durance und Verdon am Fuß des Luberon-Gebirges in der Provence gelegene Anlage Cadarache ist laut ASN nicht für die bedeutende Erdbebengefahr in der Region ausgelegt. Einem Bericht der Zeitung "La Tribune" zufolge könnte die Anlage einem Erdstoß der Stärke 5,5 auf der Richterskala nicht standhalten, wie er sich im Jahr 1708 im nahen Manosque ereignet habe.

Mischoxid-Brennelemente enthalten Uranium und das hochgiftige Plutonium, das bei der Aufarbeitung abgebrannter Brennelemente entsteht. MOX wird neben den herkömmlichen Uran-Brennstäben in Leichtwasserreaktoren eingesetzt.

Die MOX-Produktion mit 320 Beschäftigten ist nur ein Teil der Nuklearaktivitäten in Cadarache, wo ingesamt 4 500 Menschen arbeiten. Weitere Anlagen sollen schrittweise bis 2015 geschlossen werden.

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