Wegen Flutkosten
Tschechien verzichtet auf Rüstungsauftrag

Wegen der Kosten der Flutkatastrophe in Tschechien will das Verteidigungsministerium in Prag auf die geplante Beschaffung von 24 Kampfflugzeugen im Wert von zwei Milliarden Dollar verzichten.

Reuters PRAG/BUDAPEST. Der Kauf der Maschinen wäre der größte Rüstungsauftrag in der Geschichte Tschechiens gewesen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums teilte am Montag mit, das Ministerium werde dem Kabinett einen neuen Vorschlag für die Sicherung des Luftraumes des Nato-Landes ab 2004 unterbreiten.

Das Verteidigungsministerium hatte ursprünglich geplant, 24 Maschinen vom Typ Gripen des internationalen Konsortiums aus der schwedischen Saab und der britischen BAE Systems zu bestellen. Bei Überschwemmungen quer durch Europa sind fast 100 Menschen ums Leben gekommen. Die Fluten haben in Tschechien und Teilen Ostdeutschlands verheerende Schäden angerichtet. Experten rechnen mit Schäden in zweistelliger Milliardenhöhe.

In Prag konnten am Montag die ersten Bewohner in ihre Häuser zurückkehren, die sie wegen des Moldau-Hochwassers verlassen mussten. Bürgermeister Igor Nemec warnte die Bewohner allerdings vor einer übereilten Rückkehr in ihre Häuser. Etwa 70 000 Prager und 130 000 weitere Tschechen hatten sich vor den Rekordfluten in Sicherheit bringen müssen.

Die Flutwelle der Donau erreichte am Montag in Budapest den höchsten Pegelstand seit Jahrzehnten. Die ungarische Hauptstadt blieb jedoch von Überschwemmungen verschont. Bis nach Mitternacht sei ein Pegelstand von 8,48 Meter gemessen worden, dem Rekordpegelstand aus dem Jahr 1965, teilten die Behörden mit. Am Morgen, um 6.00 Uhr, sei der Wasserpegel auf 8,46 Meter gesunken. Gestern habe die größte Bedrohung bestanden, ab heute werde erwartet, dass die Wassermassen zurückgingen, sagte eine Sprecherin des Bürgermeisters. Die Donau hatte die Stadt zuletzt 1838 überschwemmt, als der Fluss einen Pegelstand von mehr als neun Metern erreichte.

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