Wegen Geldmangel
Gesundheitsbörde kippte Körperteile auf Müllhalde

Die Gesundheitsbehörden der argentinischen Provinz Chaco haben nach Angaben von Gewerkschaftern 110 Tonnen Körperteile und medizinische Abfälle auf eine Müllhalde gekippt.

dpa BUENOS AIRES. Ein spezieller Verbrennungsofen in der Hauptstadt der völlig verarmten Provinz im Norden des Landes habe schon vor fünf Monaten abgeschaltet werden müssen, nachdem monatliche Subventionen von 14 000 Pesos (5000 ?) gestrichen worden seien, meldete die Nachrichtenagentur DyN am Samstag.

Auf der Müllhalde am Rande der Stadt suchen täglich hunderte Arbeitslose nach wiederverwendbaren Rohstoffen wie Papier, Glas und Metall. Die Gewerkschaftssprecherin Beatriz Bogado warf der Regierung der völlig verarmten Provinz vor, sie gefährde "im Namen einer Sparpolitik, die die Privilegien ranghoher Beamter unangetastet lässt, die Gesundheit der gesamten Bevölkerung." Viele argentinische Provinzen werden oft seit Jahrzehnten von wenigen reichen Familien wie Feudalstaaten beherrscht.

Die jahrelange Wirtschaftskrise hat in den ärmeren Provinzen inzwischen zu einer beginnenden Auflösung staatlicher Strukturen geführt. Die hochverschuldeten Provinzen beschäftigen viel zu viele Menschen, die ihre Gehälter jedoch nur noch zum Teil ausgezahlt bekommen und das auch nur in Schuldscheinen der jeweiligen Provinzen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert jedoch vor der Gewährung neuer Kredite unter anderem, dass die Provinzen sich ihr Geld nicht mehr selber drucken.

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