Wegen Immobilienflaute
Schörghuber sagt geplanten Börsengang ab

Die Münchener Schörghuber-Gruppe hat völlig überraschend den geplanten Börsengang ihrer Immobiliengesellschaft abgeblasen. Der Getränke-, Immobilien- und Hotelkonzern in Mehrheitsbesitz von Stefan Schörghuber wollte damit über 1 Mrd. DM erlösen, die jetzt in der Kasse fehlen werden.

cbu MÜNCHEN. Die Absage wird mit dem schlechten Börsenumfeld und der Änderung der Steuergesetze begründet.

Die Bayerische Immobilien AG ist mit einem Immobilienbestand von über 5,5 Mrd. DM hinter der IVG Holding AG die Nummer Zwei der Branche. Der Konzern ist zur Zeit zwar börsennotiert, aber Schörghuber hält über 96 % der Anteile, weitere 3 % liegen bei einem institutionellen Investor. Geplant war, im ersten Halbjahr 2002 über eine Zweitplatzierung mehr als 25 % der Aktien an den Markt zu bringen. Das Unternehmen hatte bereits - wie der Konkurrent IVG - die Aufnahme in den M-Dax im Visier. Für den Börsengang wurden schon umfangreiche Vorbereitungen getroffen, unter anderem ein Aktiensplit.

Angesichts der Börsenflaute und der Verunsicherung der Märkte fürchtet Schörghuber offenbar, die Anteile unter Wert verkaufen zu müssen. "Eine Wiederaufnahme der Börsenpläne ist mittelfristig nicht geplant", hieß es gestern weiter. Inwieweit Schörghuber durch den ausbleibenden Milliardenerlös in Bedrängnis kommen könnte, ist unklar. Unter Umständen muss Schörghuber sogar den Kleinaktionären demnächst ein Übernahmeangebot machen. Die Bayerische Immobilien AG wollte mit dem Börsengang eigentlich die Kapitalbasis ausbauen und die Flexibilität erhöhen. Das zweite Standbein Schörghubers ist das Biergeschäft (Paulaner, Hacker-Pschorr).

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