Wegen Lotsenstreik
Lufthansa streicht Frankreich-Flüge

Wegen eines Fluglotsenstreiks in mehreren europäischen Ländern streicht die Deutsche Lufthansa am Mittwoch rund 70 Flüge zwischen Deutschland und Frankreich.

Reuters FRANKFURT. Auch einige Flüge ins spanische Baskenland würden wegen eines lokalen Streiks ausfallen, erklärte die Lufthansa am Dienstag. Die deutschen Fluglotsen beteiligen sich nicht an dem Streik.

Von normalerweise über 80 Flügen zwischen Frankreich und Deutschland würden am Mittwoch voraussichtlich lediglich zehn stattfinden können, erklärte die Lufthansa. Die Fluggesellschaft informiere ihre Kunden darüber und bemühe sich, auf den verbleibenden Flügen möglichst große Flugzeuge einzusetzen. Auch in Italien, Portugal, Griechenland und Ungarn planten die Fluglotsen Arbeitsniederlegungen, hier sei jedoch lediglich mit Verspätungen und nicht mit Flugausfällen zu rechnen. Den Fluggästen empfahl ein Lufthansa-Sprecher, sich vor dem Flug mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen.

Langstreckenflüge nicht betroffen

Langstreckenflüge seien von dem Ausstand nicht betroffen. Auch die Deutsche Flugsicherung (DFS) erklärte, sie rechne wegen der Streiks mit Flugausfällen und Verspätungen. Die deutschen Fluglotsen beteiligten sich jedoch nicht an den Arbeitsniederlegungen, sagte eine Sprecherin.

Die Fluglotsen streiken gegen Pläne der Europäischen Kommission zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums. Bislang ist der Luftraum über Europa ein Flickenteppich, der von unterschiedlichen nationalen Flugsicherungen überwacht wird. Die EU will diese nationalen Grenzen am Himmel abschaffen und einheitliche technische Standards in Kraft setzen, um Staus auf den Luftverkehrsstraßen zu reduzieren und den Platz am Himmel besser auszunutzen. Die Lufthansa begrüßt dieses Vorhaben.

Die Gewerkschaften der Fluglotsen dagegen befürchten, dass die nationalen Flugsicherungen künftig um Verträge konkurrieren und sich letztlich auch einer Privatisierung stellen müssen. Die Deutsche Flugsicherung ist bereits wie ein privatwirtschaftliches Unternehmen organisiert, gehört aber dem Bund. Ein Hindernis für den gemeinsamen europäischen Luftraum im zivilen Bereich könnte auch sein, dass er den Anforderungen der militärischen Luftfahrt widerspricht.

EU-Transport-Kommissar Loyola de Palacio kritisierte den geplanten Streik nach einem Treffen der europäischen Verkehrsminister als kontraproduktiv. "Die europäischen Fluglinien haben noch immer mit großen Problemen zu kämpfen. Es gibt keinen schlechteren Zeitpunkt für einen Streik als gerade jetzt, wo es wieder ein bisschen aufwärts geht", sagte er.

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