Wegen schwacher Börsen erwartet Autobauer deutlich höhere Zahlungen für den Pensionsfonds
General Motors schreibt wegen Fiat Verlust

Der US-Autokonzern General Motors Corp. (GM) hat seinen Nettoverlust im vergangenen Quartal mehr als verdoppelt: von 368 Mill. $ auf 804 Mill. $. Grund dafür war vor allem eine Abschreibung von 2,2 Mrd. $ vor Steuern für die Beteiligung am italienischen Autohersteller Fiat SpA.

kk/HB NEW YORK. Seit GM sich im Jahr 2000 für 2,4 Mrd. $ mit 20 % an Fiat beteiligt hat, sind die Umsätze des italienischen Autokonzerns eingebrochen. Der hoch verschuldete italienische Konzern kritisierte indes die hohen Abschreibungen bei GM: "Wir glauben, dass diese Bewertung unter dem eigentlichen wirtschaftlichen Wert von Fiat Auto liegt", hieß es in einer Mitteilung des Turiner Unternehmens. "Wir erinnern daran, dass die Vereinbarung zwischen Fiat und GM vorsieht, dass Fiat zwischen 2004 und 2009 jederzeit den verbleibenden Teil von Fiat Auto an GM verkaufen kann." Mit der Krise bei dem Traditionskonzern, die unter anderem zur Schließung mehrerer Werke und der Entlassung tausender Mitarbeiter führt, wird sich auch das italienische Parlament beschäftigen.

Ohne die Abschreibungen für Fiat, die 81 Mill. $ Verluste der Satelliten-Tochter Hughes Electronics und andere Sonderposten hat GM im dritten Quartal einen Gewinn von 615 Mill. $ erwirtschaftet - Im dritten Quartal 2001 waren es nur 385 Mill. $ gewesen. Der weltgrößte Autobauer mit Sitz in Detroit hat damit die Erwartungen der Analysten um 20 % übertroffen. Der Umsatz stieg um 2,6 % auf insgesamt 43,6 Mrd. $.

Für das laufende Jahr hat GM seine Gewinnprognose von 6,10 $ je Aktie auf 6,35 $ erhöht. Für 2003 rechnet GM-Chef Richard Wagoner in Nordamerika mit Verkäufen von insgesamt 16 Millionen Fahrzeugen. In diesem Jahr würden es noch 17 Millionen sein - 5,6 Millionen davon sollen von GM kommen. Wagoner versprach auch deutliche Kostensenkungen für 2003.

In Europa hat GM im dritten Quartal 180 Mill. $ verloren. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen hier noch einen Verlust von 287 Mill. $ geschrieben. Der US-Konzern, dem die Automarken Opel/Vauxhall und Saab gehören, führt das auf Kostensenkungen zurück, warnt aber weiterhin vor allem für Deutschland vor schwierigen Marktbedingungen. "Die Trendwende für GM Europe bleibt unsere Top-Priorität", sagte Wagoner. "Wir haben sehr gute Fortschritte auf der Kostenseite gemacht, nun konzentrieren wir uns darauf, das Umsatzwachstum zu verbessern."

Die Aktien von GM und dem Konkurrenten Ford Motor Co. sind in den vergangenen Monaten unter Druck geraten, weil Investoren fürchten, dass sich die hohen Verkaufszahlen nicht auf Dauer halten lassen und dass die Kosten für die Rentenfonds die Ergebnisse beeinträchtigen werden. Bei GM kommen auf jeden aktiven Mitarbeiter mehr als zwei Mitarbeiter im Ruhestand, die der Konzern aus seinem Pensionsfonds versorgen muss. Der Fonds habe wegen der schwachen Aktienmärkte in den ersten neun Monaten dieses Jahres 10 % an Wert verloren hat. GM rechnet damit, dass das Loch weiter wächst und das Unternehmen im kommenden Jahr 1 Mrd. $ mehr für die Rentenzahlungen ausgeben muss.

Am Montag hatte Auto-Analyst John Casesa von Merrill Lynch GM und Ford herabgestuft. Grund: der hohe Preisdruck auf dem US-Markt. GM hatte nach dem 11. September mit der Einführung der der zinslosen Ratenzahlung einen Preiskampf angezettelt, der an den Margen gekratzt hat.

Quelle: Handelsblatt

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