Wegen verschwundener Praktikantin
Druck auf US-Abgeordneten Condit wächst

Im Fall der spurlos verschwundenen Praktikantin Chandra Levy gerät der US-Abgeordnete Gary Condit weiter unter Druck. Sein Versuch, sich nach Monaten des Schweigens mit zahlreichen Interviews in ein besseres Licht zu setzen, ist nach einhelliger Meinung fehlgeschlagen. Parteikollegen kritisierten Condits Auftritt. Seine Heimatzeitung "Modesto Bee" forderte den Abgeordneten am Samstag erneut zum Rücktritt auf.

dpa WASHINGTON. Levy ist seit Ende April spurlos verschwunden. Weil der Abgeordnete eine Affäre mit der 24-Jährigen hatte und der Letzte war, der mit ihr telefonisch Kontakt hatte, erhofften sich Levys Eltern und die Polizei hilfreiche Hinweise von dem 53-Jährigen. Wie aus Polizeikreisen verlautete, war Condit jedoch nicht sehr kooperativ. Erst im dritten Interview gab er die Beziehung zu.

Condit sprach am Donnerstagabend erstmals öffentlich über den Fall. Das Fernsehinterview sahen mehr als 23 Mill. Menschen. Die wenigsten waren von Condit beeindruckt.

"Was er gesagt hat, war beunruhigend und falsch", sagte der führende Demokrat im Abgeordnetenhaus, Richard Gephardt in St. Louis. "Das stärkt nur die allgemeine Meinung, wonach Politik schlecht ist und Politiker ein Haufen Penner sind." "Anstatt die Zeit zu nutzen, um sich zu entschuldigen und Erklärungen zu liefern, setzte Condit seine seit vier Monaten verfolgte Strategie der Täuschung und der Ausflüchte fort", schrieb der "Modesto Bee". Die Eltern von Levy blieben bei ihrem Eindruck, dass Condit "etwas verbirgt".

Condit hat jede Verstrickung in den Fall abgestritten. Er stellte sich als Opfer der Boulevardmedien dar und tat Kritik, er habe sich nicht entschuldigt, ab: "Ihr seid doch keine Kirche, ihr seid kein Gericht", sagte er Journalisten. Er habe ein Recht auf eine Privatsphäre.

Von der 24-Jährigen fehlt unterdessen weiter jede Spur. Die Polizei betont, dass Condit kein Verdächtiger ist, weil bislang keine Anhaltspunkte für eine Straftat vorliegen.

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