Wegen verstärkter Interventionsspekulationen
Euro tendiert etwas fester

Reuters FRANKFURT. Der Euro hat im frühen europäischen Handel wegen verstärkter Spekulationen über Interventionen der japanischen Notenbank sowie der Europäsichen Zentralbank (EZB) zeitweise über 0,86 Dollar tendiert. Händlern zufolge verstärken am Montag Feiertage in den USA und in Großbritannien die Wahrscheinlichkeit für Euro-Stützungskäufe. Zudem heizte der japanische Vize-Finanzminister Haruhiko Kuroda am Montag die Gerüchte über Euro-Stützungskäufe der Bank of Japan erneut an, indem er sich besorgt über den Euro äußerte. Außerdem erhofft man sich am Markt nach Händlerangaben von der am Nachmittag erwarteten Rede von EZB-Präsident Wim Duisenberg Aufschluss über die Geldpolitik der Notenbank und über mögliche Interventionen. Der Anstieg der deutschen Importpreise im April ließ den Euro unterdessen unbeeindruckt.

Gegen 9.15 Uhr MESZ kostete der Euro 0,8594/02 Dollar nach 0,8600/05 Dollar zum Handelsschluss am Freitag in New York. Zuvor war die Gemeinschaftswährung auf ein vorläufiges Tageshoch bei 0,8607 Dollar geklettert. Zum Yen notierte der Euro zuletzt mit 103,51/70 Yen. Die US-Valuta kostete zuletzt 120,54/59 nach 120,62/72 Yen Yen am späten Freitagshandel in New York. "Angesichts der Fundamentaldaten ist es unbedingt erforderlich, dass sich der Euro zum Dollar und zum Yen wieder erholt", sagte Kuroda am Montag in Tokio vor Pressevertretern. Auf die Frage, ob er seine vergangene Woche geäußerte Ansicht bezüglich ungünstiger Dollar-Yen-Bewegungen geändert habe, sagte Kuroda: "Ich habe meine Meinung nicht geändert." Kuroda hatte bereits am Donnerstag mit der Ankündigung, bei einem anhaltend unnatürlichen Kursverlauf des Euro einzugreifen, für Interventions-Phantasien gesorgt und den Euro etwas freundlicher tendieren lassen.

Auch Interventionen durch die Europäische Zentralbank (EZB) seien weiter nicht ausgeschlossen, sagten Händler. Am Markt erhoffe man sich insbesondere von der Rede des EZB-Präsidenten Wim Duisenberg am Montag in Brüssel vor dem Europäischen Parlament weiteren Aufschluss über mögliche Stützungskäufe. Nicht alle Händler gehen jedoch von Interventionen durch die EZB aus. "Die EZB ist nicht wie die Bank of Japan", sagte ein Händler einer japanischen Bank. "Sie (die EZB) lässt den Markt nicht wissen, wann sie Interventionen plant, so dass es möglicherweise dann passiert, wenn keiner mehr daran denkt."

Am Freitag war der Euro zeitweise über 0,86 Dollar geklettert, als sich am Markt nach Händlerangaben die Gerüchte über mögliche Interventionen durch die EZB verstärkt hatten, da der Euro sich auf dem Niveau der vergangenen Interventionen vom November 2000 bewegte. Äußerungen von Bundesbankpräsident Ernst Welteke in einem Zeitungsinterview, der Euro-Wechselkurs spiele eine wichtige Rolle bei der Geldpolitik der EZB, hatten nach Händlerangaben die Interventionsspekulationen verstärkt.

Der Anstieg der deutschen Importpreise beeindruckte den Euro am Montag kaum. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts zogen die Importpreise im April insbesondere wegen der gestiegenen Preise für Rindfleisch sowie für Erdöl und Mineralölerzeugnisse an. Im Vergleich zum Vormonat hätten die Importpreise um 0,5 % nach einem Rückgang um 0,3 % im März zugelegt. Im Jahresabstand stiegen die Einfuhrpreise im April den Angaben zufolge um 5,1 % nach 4,2 % im März.

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