Wegen wettbewerbswidriger Praktiken
Microsoft droht auch in Südkorea Klage wegen Windows XP

Wegen der umstrittenen Verknüpfung des Betriebssystems mit Programmen zur Internet-Nutzung gerät der Software-Gigant zunehmend auf Widerstand. Ein Konkurrent hat Beschwerde eingelegt.

Reuters SEOUL. Die Geschäftspraktiken des weltgrößten Software-Konzerns Microsoft sollen nach Behördenangaben nun auch in Südkorea untersucht werden. Nach einer Beschwerde des Internet-Anbieters Daum Communications wegen des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows XP werde in Kürze eine Untersuchung eingeleitet, teilte die südkoreanische Kartellbehörde Fair Trade Commission (FTC) am Mittwoch in Seoul mit. Daum wirft Microsoft eigenen Angaben zufolge vor, sich durch die Verknüpfung von XP mit verschiedenen Programmen vor allem für die Internet-Nutzung wettbewerbswidrig zu verhalten. Microsoft Korea kommentierte die Vorwürfe nicht.

Die Beschwerde müsse zunächst ausführlich geprüft werden, sagte ein Sprecher für Microsoft Korea, Kwon Chan. Microsoft will Windows XP Ende Oktober auf den Markt bringen. In das Betriebssystem sind diverse Multimedia-Programme für die Internet-Nutzung eingebaut, mit denen unter anderem Kurznachrichten verschickt (Instant Messaging) und Telefongespräche über das Web geführt werden können. Microsoft dominiert mit seinen Windows-Produkten weltweit den Markt für Betriebssysteme.

Daum Communications betreibt das größte Internet-Portal Südkoreas. Microsoft nutze seine Monopolstellung bei den Betriebssystemen, um südkoreanische PC-Hersteller zur Installierung von Windows XP und anderen Microsoft-Programmen zu zwingen, hieß es zur Begründung der Beschwerde. Daum prüft eigenen Angaben zufolge derzeit zudem die Microsoft-Pläne für die Markteinführung von Windows XP in Südkorea, um den Start möglicherweise durch eine einstweilige Verfügung zu stoppen.

Gegen Microsoft läuft sowohl in den USA als auch in Europa ein Kartellverfahren. In dem Verfahren in den USA geht es unter anderem um die Verbindung von Windows mit dem Microsoft-Programm Explorer für die Navigation im Internet. Die EU-Kommission prüft die Geschäftspraktiken des Konzerns auf dem Markt für Großrechner-Software sowie die Verknüpfung von Windows mit dem Media Player, mit dem man Musik- und Filmdateien auf dem Computer abspielen kann.

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