Wegfall von Sven Hannawald soll durch Showelemente kompensiert werden
RTL will Vierschanzentournee-Quote sichern

RTL will die Fernsehzuschauer trotz des Fehlens von Sven Hannawald für die Vierschanzentournee begeistern. Komplizierte Kameraeinstellungen und Flutlichtspringen sind das Rezept.

HB BERLIN. Der Fernsehsender RTL hat auf das Fehlen von Sympathieträger Sven Hannawald bei der Vierschanzentournee reagiert und ein Nachtspringen unter Flutlicht angeregt. So soll die Quote stabil gehalten werden. «In erster Linie geht es darum, die Vorjahreswerte zu erreichen. Wir müssen aber abwarten, wie die Abendspringen von den Zuschauern angenommen werden», sagte RTL- Sportchef Manfred Loppe vor dem Flutlicht-Auftakt in Oberstdorf.

Die Qualifikation am Dienstag und der Wettkampf am Mittwoch beginnen jeweils erst um 16.30 Uhr. Dies gilt auch für den Abschluss am 5. und 6. Januar in Bischofshofen.

«Mit Blick auf konkurrierende Wintersportdisziplinen hat ein Skispringen am frühen Abend eine Alleinstellung. Und atmosphärisch gesehen, versprechen Abendspringen eine heimeligere Stimmung, die durch neue Präsentationsformen noch erhöht werden kann», sagte Christian Knauth, Marketing-Direktor des Internationalen Skiverbandes (FIS).

Für Emotionen sorgten in den vergangenen Jahren deutsche Topspringer wie Sven Hannawald und Martin Schmitt. Nun muss Gefühl auf andere Art entstehen. RTL-Sportchef Loppe verspricht: «Wir können die ganze Spannung und Emotionalität unter anderen Verhältnissen zeigen. Das wird ein ganz anderer Kick, eine neue Übertragungsdimension.» Loppe sieht einen besonderen Reiz in den Abendspringen. «Feuerwerk, Lightshows, Siegerehrung mit Laserbegleitung - einiges ist denkbar.»

Über 35 Kameras sollen aus Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen perfekte Bilder in die Wohnzimmer liefern. Dafür wurden 18 Kilometer Kamera- und 45 Kilometer sonstige Kabel am Hang verlegt. Zudem wartet RTL mit einigen Neuerungen bei der Kameraführung auf. Eine auf einer Schiene mitlaufende «sports-cam» verfolgt den Springer etwa 100 Meter im Anlauf- und 200 bis 300 Meter im Aufsprungbereich.

Eine 20 Meter unterhalb des Schanzentisches im Schnee eingegrabene «frog-cam» soll die Flughaltung und den V-Stil der Springer optimal erfassen. Und die im Auslauf installierte «snow-cam» begleitet die Springer aus drei versetzten Positionen bei der letzten Flugphase und der Landung.

Aber damit noch nicht genug: Online können Flugkurve und Herzfrequenz jedes einzelnen Springers überwacht werden. «Primär geht es darum, den Geheimnissen dieses Sports immer wieder ein Stück mehr auf die Spur zu kommen. Aber es liegt auf der Hand, dass wir damit auch die Vorlieben junger Zuschauer bedienen können, die sehr technikorientiert sind.»

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%