Weihnachtsgeschäft stimmt Hersteller optimistisch
Markenqualität bleibt beim Einkauf begehrt

Das bisherige gute Weihnachtsgeschäft kommt vor allem den Herstellern von Porzellan, Spielzeug, Süßwaren, Bekleidung und Kosmetik zugute. "Das Weihnachtsgeschäft kompensiert zum Teil den schwachen September und Oktober", sagt Lutz Graser, stellvertretender Hauptgeschäftführer des Verbands der keramischen Industrie.

HB DÜSSELDORF. Richtig ausgewirkt für die Hersteller habe sich das jedoch nicht, "denn die Nachfrage konnte bislang aus Lagerbeständen befriedigt werden." Daher erwartet Graser für die Porzellanhersteller einen Umsatzrückgang von 2 % im Vergleich zum Vorjahr. Für Januar befürchtet er ein Nachfrageloch, weil die Leute sich dann auf den Euro einstellen müssten.

Richtig profitieren vom Weihnachtsgeschäft können in diesem Jahr die Hersteller von hochwertigem Spielzeug. "Alles Spielzeug, das die Familie anspricht, läuft gut, sagt Volker Schmid, Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie. Der Grund sei ein Trend, dass der Mittelstand seine Kinder nicht mehr vor technischen Geräten vereinsamen ließe, sondern verstärkt klassisches Spielzeug nachfrage.

Dies ist insbesondere Modellbauherstellern wie Märklin und Graupner zugute gekommen. Märklin konnte nach einem Umsatzrückgang im Jahr 2000 in diesem Jahr im zweistelligen Prozentbereich zulegen.

Gewinner waren auch die Hersteller von Gesellschaftsspielen wie Hasbro ("Wer wird Millionär?") und Schmidt-Spiele ("Carcassonne"). Hersteller wie Lego (Hogwarts-Burg), Amigo (Sammelkarten) und Matell (Quidditsch-Kartenspiel) sahen ihre Erwartung durch die Nachfrage nach Harry Potters Merchandising-Produkten voll erfüllt. Schlechter lief es in diesem Jahr für die Hersteller von Plüschtieren. Es habe an zugkräftigen Lizenzprodukten gefehlt, die wie Furby oder Pokémons für Nachfrage sorgten, teilte Otto Umbach, Geschäftsführer des Einkaufverbandes Idee+Spiel mit.

Als krisenfest erwies sich im beinahe abgelaufenen Jahr auch die Naschsucht der Deutschen. "Wir hoffen, in diesem Jahr ein paar Prozente Umsatzzuwachs im Vergleich zum Vorjahr zu erzielen", sagt Karsten Keunecke, Marktforscher beim Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie. Insbesondere Hersteller von Zuckerwaren und Schokolade hätten ein deutliches Plus erzielt. Für das kommende Jahr hofft der Verband, dass die Süßwarenindustrie besser als die allgemeine Konjunktur abschneidet.

Den bislang erfreulichen Verlauf des Weihnachtsgeschäfts begrüßt auch Friedhelm Sartoris, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Bekleidungsindustrie: Bei geleerten Lagern sei ab Januar mit neuen Orders zu rechnen. Für das kommende Jahr hofft er, dass die deutsche Bekleidungsindustrie die diesjährige Umsatzhöhe von zehn bis elf Milliarden Euro zumindest halten wird. Bisher seien die deutschen Kunden zwar noch zögerlich, er hoffe aber, dass die Konsumfreude spätestens ab Mitte des kommenden Jahres zurückkehren werde.

Verhalten optimistisch zeigt sich der Markenverband angesichts der Weihnachtsnachfrage. Hauptgeschäftsführer Horst Prießnitz: "In Krisenzeiten genießen Marken Präferenz." Profitieren konnten davon zum Jahresende Luxushersteller wie Shiseido und Hermès.

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