Weihnachtsgeschenke
Ode an den Opa

Baum-Patenschaften, Privat-Hymnen oder Roboter: Auf der Suche nach dem ausgefallenen Geschenk ist das Web nur schwer zu toppen.

Nach dem Märchenbuch der belgischen Königin Fabiola hatte Friedrich Suhr jahrelang gesucht. Ein Geschenk für seine Frau sollte es sein - als diese noch ein Kind war, hatte ihr ihre verstorbene Mutter immer daraus vorgelesen. Auf seiner Suche hatte Suhr, ein Unternehmensberater aus Neu-Isenburg, so manches Antiquariat abgeklappert - im Frankfurter Raum, auf Reisen nach Hamburg, München und Berlin. Ohne Erfolg.

Im vergangenen Jahr versuchte er es ein letztes Mal: In einem Antiquariatsportal im Internet inserierte Suhr seine Anfrage. Und siehe da: Binnen einer Stunde erhielt er elektronische Post von einem Antiquar, der das Buch tatsächlich dahatte. "Ich habe meiner Frau noch allerlei andere Dinge geschenkt", erinnert er sich, "aber Fabiolas Märchenbuch war der Hit." - "Es geht doch nichts über das Internet."

Mit dieser Einschätzung gehört Suhr zu einer Minderheit in Deutschland. Zwar ist die Zahl der Online- Shopper im vergangenen Jahr gestiegen. Doch bis heute hat sie bei weitem nicht das Niveau erreicht, von dem die Branche in ihren Boomjahren träumte.

Ursache für die Zurückhaltung ist nicht allein das Bezahlverfahren: Noch immer schrecken nicht wenige davor zurück, ihre Kreditkartennummer im Netz preiszugeben. Gravierender: "Viele Käufer verstehen die Bestellprozesse auf den Portalen nicht", schätzt Frank Naujoks, Analyst der Hewson Group, in seiner Studie über den E-Commerce. Dazu Internet- Shopper Suhr: "Eine gute Gestaltung ist eine Frage der Höflichkeit gegenüber den Kunden: Wenn ich zappelnde Männchen sehe, surfe ich weiter."

Eine übersichtliche Gestaltung der Site zahlt sich vor allem bei Luxusgütern aus. "Meine Kunden kaufen sehr gezielt; sie stöbern nicht", sagt Susanne von Seefried, Inhaberin des House of Gentlemen, eines Online-Shops für Liebhaber britischer Lebensart. Ihr Renner ist das lederne "Open Night Tray", in dem der Mann von Welt abends all die Dinge ablegen kann, die tagsüber in den verschiedenen Jackett-Taschen griffbereit ruhen.

Manche Anbieter freilich verwechseln Übersichtlichkeit mit Langeweile. Gewiss: Die Designer-Kleidung bei dress-for-less.de ist billiger als anderswo, aber das Portal hat den Charme eines Fabrikverkaufs. Dann doch lieber zu yoox.com, wo Anzüge und Accessoires von Prada, Dolce & Gabbana, Versus oder Dries van der Noten ebenfalls deutlich günstiger verkauft werden als auf der Königsallee oder im Quartier 24, zudem aber auch in einem charmanten Ambiente.

Das Portal, vor drei Jahren von Federico Marchetti in Mailand gegründet, zeichnet sich durch ansprechendes Design aus. Seine wechselnden Aktionen - die "Love Therapy", der Weihnachtsverkauf namens "Yooxmasparty" oder die "Vintage Corner" mit edlen Stücken aus vergangenen Jahrzehnten - machen yoox. com zum idealen Stopp für Flaneure, die nicht nur kaufen, sondern auch schauen wollen.



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